Die Gelbe Wertstofftonne
Option für die Zukunft?
Am 15. September 2004 fiel in der Anlage der SERO Leipzig GmbH der offizielle Startschuss zum Pilotprojekt Gelbe Tonneplus, einer gemeinsamen Initiative der Stadt Leipzig, der Abfall-Logistik Leipzig GmbH und der Duales System Deutschland GmbH. In der Gelben Tonneplus werden neben gebrauchten Verpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen auch stoffgleiche Nichtverpackungen wie Haushaltsgegenstände und kleine Elektrogeräte gesammelt.
Durch Gelbe Tonneplus werden mehr Wertstoffe eingesammelt und recycelt, das Sammelgemisch ist darüber hinaus sauberer und enthält weniger Restmüll. Auch kostenseitig stimmt die Bilanz: Sowohl die beteiligte Kommune als auch die haushaltsnahe Wertstoffsammlung profitieren von Einsparungen. Das Projekt war so erfolgreich, dass sich die Projektpartner auf die Übernahme des Versuchs in den Regelbetrieb geeinigt haben – Gelbe Tonneplus bleibt in Leipzig Alltag für die Bürger.
Die 5. Novelle der Verpackungsverordnung hat die Sammlung von stoffgleichen Nichtverpackungen in der Gelben Tonne erleichtert: Die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger können im Rahmen der Abstimmung verlangen, dass stoffgleiche Nicht-Verpackungsabfälle von den dualen Systemen gegen ein angemessenes Entgelt erfasst werden. Auch außerhalb Leipzigs experimentieren daher Städte und Kommunen in Deutschland mit der Gelben Tonneplus oder der Gelben Wertstofftonne. Entscheidend sind dabei folgende Bedingungen:
In der Gelben Wertstofftonne sollten ausschließlich Leichtverpackungen aus Kunststoff, Metall und Verbundstoffen sowie stoffgleiche Nichtverpackungen gesammelt werden. Nur dann können Sortier- und Verwertungsanlagen, wie sie überall in Deutschland den Inhalt von Gelbem Sack und Gelber Tonne hoch effizient verarbeiten, ohne zusätzliche Investitionen das neue Gemisch verwerten.
Der Grüne Punkt hat die Infrastruktur aus Sammlung, Sortierung und Verwertung für Verpackungen aufgebaut, Technologien und Märkte entwickelt und für ökologische und wirtschaftliche Effizienz gesorgt. Die Gelbe Wertstofftonne sollte daher auch in Zukunft von den dualen Systemen in privatwirtschaftlicher Verantwortung betrieben werden.


