5. Forum Grüner Punkt
Die Wertstofftonne – Sportliches Ziel der deutschen Umweltpolitik?
Das 5. Forum Grüner Punkt am 29. Juni 2011 in Köln stand ganz im Zeichen der Wertstofftonne. Experten aus Politik und Wirtschaft diskutierten im Deutschen Sport und Olympia Museum über den Nutzen der neuen Wertstoffsammlung, die Finanzierung und den Inhalt der geplanten Wertstofftonne.
Auszüge der Diskussion haben wir für Sie zusammengestellt:

- Ernst Schwanhold
Ernst Schwanhold,
Geschäftsführer der cyclos future GmbH, führte durch die Veranstaltung und die Sachdiskussion am Runden Tisch
Peter Feller,
Geschäftsführer Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e.V. (BVE)
„…man darf funktionierende Systeme nicht beeinträchtigen...“
Die Ernährungsindustrie unterstützt die Zuständigkeit der dualen Systeme in der Wertstoffsammlung und sieht die Notwendigkeit einer steigenden Rohstoffeffizienz.
Ulf Kelterborn,
Hauptgeschäftsführer Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. (IK)
„…die Kommunen sollen sich einbringen, aber in einem freien Wettbewerb…“
Seitens der Industrievereinigung Kunststoffverpackungen sollen Kommunen bei der Einführung der Wertstofftonne nicht bevorzugt werden, sondern sich dem freien Wettbewerb stellen. Ulf Kelterborn spricht sich hinsichtlich der Finanzierung für den Verbleib der Verantwortung bei den Herstellern und Vertreibern aus.
Dr. Thomas Rummler,
Ministerialdirigent, Leiter der Unterabteilung WA II "Abfallwirtschaft", Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU)
„...Wie gelingt es, dass wir den Anwendungsbereich so genau formulieren, dass das ein faires Spiel aller Produktverantwortlichen gibt?…“
Seitens BMU müssen die rechtlichen Vorgaben, welche haushaltsgängigen Verpackungen und stoffgleichen Produkte in die Wertstofftonne sollen, konkret definiert werden. Dazu können verschiedene Kriterien genutzt werden, z.B. materialbezogene, volumenbezogene, produktspezifische. Im Zweifel sollte eine neutrale Stelle darüber entscheiden können, was in den Anwendungsbereich fällt.
Dr. Carsten Kreklau,
Vorsitzender des Beirates VerpackVkonkret
„…ich würde alles vermeiden, was den Anschein erweckt, hier würden hochkomplexe Strukturen entstehen...“
Die Politik soll das Angebot der Wirtschaft, die nachhaltige Produktverantwortung zu übernehmen, annehmen. Wichtig ist es, ein einfaches System zu schaffen, das nicht auf Steuern oder Abgaben basieren sollte.
Christian Pürschel,
Bereichsleiter Marktkommunikation + PR, Rasselstein GmbH
„…Wichtig für uns ist, dass der Zugriff auf die Rohstoffe weiter gesichert ist...“
Für die Weißblechindustrie ist die erweiterte Wertstoffsammlung ein guter Weg, die notwendige Rohstoffsicherung und -effizienz zu erzielen.
Hans-Jürgen Schmidt,
Geschäftsführer, Deutsche Aluminium Verpackung Recycling GmbH (DAVR)
„…die systematische Erfassung …muss ökonomisch, aber auch ökologisch effizient sein…“
Seitens der Aluminiumindustrie wird die erweiterte Wertstoffsammlung begrüßt, da damit eine wichtige Lücke in der systematischen Erfassung von Aluminium geschlossen werden kann. Hans-Jürgen Schmidt plädiert deutlich für eine privatwirtschaftliche Umsetzung.
Stefan Schreiter,
Vorsitzender der Geschäftsführung Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland GmbH (DSD)
„…wir brauchen eine privatwirtschaftliche produkt- und produzentenorientierte Kreislaufwirtschaft. Nur das funktioniert…“
DSD setzt sich für eine privatwirtschaftlich gesteuerte Wertstofftonne mit fairen Spielregeln ein. Nur damit wird ein kosteneffizientes und praxistaugliches System gewährleistet.
Eingeleitet wurde die Diskussion von Experten-Vorträgen zum Sachstand der geplanten Einführung der erweiterten Wertstoffsammlung:












