Die Umweltbilanz des Grünen Punkts

Bringt das Recycling eigentlich etwas für die Umwelt? Oder verbrauchen Transport, Sortierung und Verarbeitung der gesammelten Wertstoffe am Ende sogar mehr Ressourcen, als sie einsparen?

Jeder Herstellungsprozess und jede Dienstleistung hat Auswirkungen auf die Umwelt: Energie, Ressourcen und Wasser werden verbraucht, CO2 und andere Abgase sowie Abfälle fallen als unerwünschte Nebenprodukte an.

In Anlehnung an DIN-EN-ISO-Normen erstellt der Grüne Punkt jährlich eine gutachterlich bestätigte Umweltbilanz zur ökologischen Bewertung von Recycling und Verwertung. Die Ergebnisse der darin enthaltenen Analysen dienen dazu, Entscheidungen zur ökologischen Optimierung von Prozessen auf fundierter Basis zu treffen.

DSD ermittelt für die Umweltbilanz den Verbrauch von Energie und Ressourcen und die Menge der Emissionen, die bei den einzelnen Prozessen im Recycling entstehen. Sortieranlagen verbrauchen Strom, Lastwagen fahren mit Dieseltreibstoff und erzeugen Abgase beim Transport der Wertstoffe. Andererseits spart die Glashütte große Mengen Energie, wenn sie Altglasscherben statt Primärrohstoffe für die Glasproduktion verwendet, und der Einsatz von Kunststoffregranulaten aus gebrauchten Verpackungen in der Spritzgussproduktion senkt den Verbrauch von Rohöl, das zur Herstellung neuer Kunststoffgranulate nötig ist.

Durch das Recycling von 2,6 Millionen Tonnen gebrauchter Verkaufsverpackungen und anderer Abfälle haben die Unternehmen des Grünen Punkts 2014 den Ausstoß von 1,4 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalenten vermieden.

Alle bilanzierten Einzelmengen werden ökologisch bewertet und zu Wirkungskategorien zusammengefasst. Energie- und Ressourcenverbrauch sowie die Emissionen durch das Recycling werden den entsprechenden Wirkungskategorien für die Primärproduktion gegenübergestellt. Die Umweltbilanz vergleicht die Auswirkungen der beiden Systeme – natürlich berücksichtigt sie dabei, dass bei der Primärproduktion wie beim Recycling der gleiche Produktnutzen entsteht.

Nur wenn die Herstellung eines Produktes als Ergebnis des Recyclingprozesses zu einer Einsparung gegenüber der Primärproduktion führt, macht das Recycling ökologisch Sinn. Die Umweltbilanz leistet aber noch mehr: Jeder Prozessschritt lässt sich genau analysieren und beurteilen. So zeigen sich Möglichkeiten, das Recycling zu optimieren und Alternativen durchzurechnen. Die Umweltbilanz ist daher die Grundlage dafür, das Verpackungsrecycling weiter zu verbessern – sowohl ökologisch als auch ökonomisch.

Sie möchten mehr zu diesem Thema erfahren? Unser Flyer erläutert im Detail, wie die Umweltbilanz berechnet wird.

Durch das Recycling von 2,6 Millionen Tonnen gebrauchter Verkaufsverpackungen und anderer Abfälle haben die Unternehmen des Grünen Punkts 2014 ca. 68 Milliarden Megajoule an Primärenergie eingespart.

Was spart das Recycling konkret?

Die Wirkungskategorien im Einzelnen

Energieverbrauch
Wird Primärenergie durch das Recycling eingespart, und wenn ja, wie viel? Die Angabe erfolgt in Megajoule (MJ). 2014 waren es 68 Milliarden MJ.

Treibhauseffekt
Wie wirkt sich das Recycling auf die Emission klimaschädlicher Gase aus? Das können neben Kohlendioxid (CO2) auch andere Gase sein, wie Methan (CH4) oder Lachgas (N2O), die unterschiedlich stark zur Klimaerwärmung beitragen. Der Effekt wird daher in CO2-Äquivalenten (CO2Äq.) angegeben – 2014 wurden 1,4 Millionen Tonnen CO2Äq. vermieden.

Fossile Ressourcen
Sinn des Recyclings ist es, den Verbrauch an fossilen Rohstoffen zu drosseln und damit die Abhängigkeit der Wirtschaft unter anderem von Erdöl zu mildern. Daher gibt die Umweltbilanz in Tonnen Rohöl-Äquivalenten an, wie hoch dieser Einspareffekt ist: Für 2014 sind es 508.000 Tonnen.

Versauerung
Viele Stoffe, zum Beispiel die Abbauprodukte von biologischen Abfällen, tragen dazu bei, dass der pH-Wert im Boden und auch in den Meeren sinkt. Die Umweltbilanz berechnet in Schwefeldioxid-Äquivalenten (SO2Äq.), welche Menge dieser Stoffe das Recycling vermeidet. Die Zahl für 2014: 5,5 Millionen Kilogramm SO2Äq.

Eutrophierung
Abwässer aus Industrie und Landwirtschaft tragen düngende Substanzen in die Gewässer und können das übermäßige Wachstum von Pflanzen und Tieren zur Folge haben. Der daraus entstehende Sauerstoffmangel gefährdet das Ökosystem der Gewässer. Auch hier hilft das Recycling, Emissionen zu vermeiden – die Umweltbilanz enthält eine Angabe in Phosphat-Äquivalenten (PO4Äq.). 2014 waren das 1,0 Millionen Kilogramm PO4Äq.

Weiteres Im Thema Verbraucher