Glossar

Seit 20 Jahren ist das Verpackungsrecycling ein fester Bestandteil unseres Alltags. Im täglichen Sprachgebrauch hat es dazu eine Vielzahl von Begriffen, wie Produktverantwortung oder Erstinverkehrbringer und Abkürzungen wie M37 mit sich gebracht. Viele davon sind uns inzwischen geläufig. Doch wissen Sie auch, was VerpackV-Konkret ist? Oder was sich hinter dem Begriff Umweltbilanz verbirgt?

Für alle, die sich umfassend über die Verwertung gebrauchter Verkaufsverpackungen informieren möchten, ist das beliebte kleine Lexikon aktualisiert worden. Schauen Sie nach und Sie wissen Bescheid – punktgenau!

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A

Abfälle zur Beseitigung
Abfälle zur Beseitigung oder Restabfälle werden nicht verwertet. Das 1996 in Kraft getretene Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz unterscheidet zwischen Abfällen zur Verwertung und Abfällen zur Beseitigung. Das Gesetz schreibt für Abfälle aller Art die Rangfolge Vermeiden vor Verwerten und Verwerten vor Beseitigen vor. Abfälle zur Beseitigung sind in der Regel in den Kommunen andienungspflichtig.

Abfälle zur Verwertung
Abfälle zur Verwertung sind Abfälle, die verwertet werden können. Der Begriff „Abfälle zur Verwertung“ wurde im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz von 1996 neu eingeführt. Mit der Unterscheidung von Abfällen zur Verwertung und Abfällen zur Beseitigung wurden die zentralen Begriffe der EU-Verpackungsrichtlinie über Abfälle von 1994 in deutsches Recht übernommen. Es wird unterschieden zwischen der energetischen, rohstofflichen und werkstofflichen Verwertung.

Abfallvermeidung
Die Vermeidung von Abfällen ist das vordringliche Ziel der Verpackungsverordnung (VerpackV) – vor der Wiederverwendung, Verwertung und Beseitigung. Mit Einführung der VerpackV wurde den Herstellern und Vertreibern die Produktverantwortung übertragen. Im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz wird diese Verantwortung auf Konsum- und Gebrauchsgüter erweitert. Abfälle können etwa durch sparsamen Materialeinsatz bei der Produktion oder durch die Sammlung, Sortierung und Verwertung gebrauchter Materialien vermieden werden. Durch das Recycling gebrauchter Verkaufsverpackungen werden Materialien in den Produktionskreislauf zurückgeführt. So sollen Rohstoffe eingespart und Emissionen reduziert werden. Die Einführung des dualen Systems in 1990 hat den Sinn der verpackungsherstellenden- und Vertreibenden Unternehmen für Produktverantwortung und Abfallvermeidung verstärkt: Möglichst geringer Materialaufwand, die Veränderung der Materialzusammensetzung, die Verwendung recyclingfähiger Stoffe, der Verzicht auf Umverpackungen sowie der Einsatz von Nachfüllpackungen haben seit Inkrafttreten der VerpackV an Bedeutung gewonnen. Dennoch besteht auch heute noch die Herausforderung, die dbzgl. oftmals gegensätzlichen Zielsetzungen zwischen Marketing, Vertrieb und Nachhaltigkeitsleitlinien in Einklang zu bringen.

Abfüller
Abfüller ist eine Bezeichnung für Konsumgüterhersteller. Die abfüllende Industrie ist besonders auf „leistungsfähige“ Verpackungen angewiesen. Sie entscheidet, mit welcher Verpackung das jeweilige Produkt auf den Markt kommt. In der Regel sind die Abfüller Erstinverkehrbringer von Verkaufsverpackungen, die bei privaten Endverbrauchern anfallen. Diese unterliegen den Beteiligungsverpflichtungen aus der Verpackungsverordnung.

Abstimmungspflicht
Gemäß der Verpackungsverordnung müssen sich duale Systeme mit den vorhandenen Sammelsystemen der öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger abstimmen. Als die Duales System Deutschland GmbH im Jahr 1990 gegründet wurde, existierten in vielen Kommunen bereits Sammelsysteme für Glas und Papier. Die Wertstoffsammlung wird in Abstimmung mit den kommunalen Entsorgungsträgern durchgeführt, woraus sich die uneinheitliche Ausprägung der Wertstoffsammlung der Kommunen erklärt.

AGVU
AGVU ist die Abkürzung für „Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt e.V“. Der Verband vertritt die Interessen der Mitglieder aus dem Einzelhandel, der Konsumgüter- und Verpackungsindustrie sowie der Recyclingwirtschaft im Bereich Umweltschutz und Kreislaufwirtschaft. Schwerpunkt ist die Wertschöpfungskette von Verpackungen.

Aluminium
Ob Verschlüsse von Flaschen, Grillschalen, Deckel von Joghurtbechern oder Fischkonserven – all diese Verpackungsbestandteile enthalten Aluminium oder bestehen vollständig aus diesem Leichtmetall. Gebrauchte Verkaufsverpackungen aus Aluminium werden über die Gelbe Tonne / den Gelben Sack entsorgt. In den Sortieranlagen werden alle nicht-eisenhaltigen Metalle, wie z. B. Aluminium, aus dem Verpackungsstrom durch die sogenannte Wirbelstromtechnik getrennt. Aluminium lässt sich beliebig häufig und nahezu ohne Qualitätsverlust verwerten. Es können daraus entweder neue Verpackungen hergestellt werden, oder das Material findet in anderen Branchen Verwendung, wie z. B. der Bau- und Fahrzeugindustrie.

Anfallstelle
Als Anfallstelle bezeichnet man den Ort, an dem gebrauchte Verpackungen anfallen. Je nach der Anfallstelle entscheidet es sich, ob es sich bei einer Verpackung um eine Verkaufs- oder eine Transportverpackung handelt. Laut Verpackungsverordnung werden u. a. solche Verpackungen als Verkaufsverpackungen bezeichnet, die als eine Verkaufseinheit angeboten werden und beim privaten Endverbraucher anfallen. Laut Verpackungsverordnung sind private Endverbraucher Haushaltungen und vergleichbare Anfallstellen. Verkaufsverpackungen fallen beim privaten Endverbraucher sowie bei vergleichbaren Anfallstellen an.

B

Beauftragte Dritte
Hersteller und Vertreiber können sich unter Beihaltung ihrer grundsätzlichen Verantwortung zur Erfüllung ihrer Pflichten aus der Verpackungsverordnung Dritter bedienen.

Beteiligung
In der Verpackungsverordnung (VerpackV) wird festgelegt, dass alle Hersteller und Vertreiber, die Verkaufsverpackungen vertreiben, die typischerweise beim privaten Endverbraucher anfallen, sich zur Gewährleistung der Verpackungsrücknahme an einem dualen System zu beteiligen haben. In der Praxis wird dafür oftmals der Begriff „Lizenzierung“ statt Beteiligung verwendet. Dies ist vor allem in dem bis einschließlich 2008 geltenden Vertragswerk, dem Zeichennutzungsvertrag, der „Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH (DSD)“ begründet. Im Rahmen der seit 2009 verwendeten Beteiligungsverträge können die Kunden ihre Verpackungsmengen z. B. an den Entsorgungsdienstleistungen von DSD beteiligen. Die Verletzung der Systembeteiligungspflicht ist nach der VerpackV bußgeldbewährt.

Blister
Als Blister (englisch: „blister“ = Blase) werden Sichtpackungen aus formstabilen Kunststofffolien und einer Rückwand aus Aluminiumfolie oder Karton bezeichnet. Heute werden vor allem Tabletten und Zahn-bürsten auf diese Weise verpackt. Seit Einführung dualer Systeme haben zahlreiche Verpackungshersteller und Abfüller auf den Einsatz von Blistern verzichtet und Verpackungsalternativen entwickelt.

Branchenlösung
Für Hersteller und Vertreiber entfällt die Systembeteiligungspflicht für die bei vergleichbaren Anfallstellen in Verkehr gebrachten Verkaufsverpackungen, die sie selbst zurücknehmen und einer Verwertung zuführen. Eine Beauftragung Dritter ohne Übertragung der verordnungsrechtlichen Pflichten, ist zulässig. Es besteht keine Pflicht, die Verkaufsverpackungen an einer Branchenlösung zu beteiligen. Kann die Rücknahme und Verwertung nicht über eine Branchenlösung erfolgen, sind die betreffenden Verpackungen nachträglich einem dualen System anzuschließen. Für welche Branchen die Branchenlösung mit welchen Branchenquote umgesetzt werden kann, wurde z. B. in einer Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH (GVM) wissenschaftlich ermittelt. Einstimmig mit der LAGA wird hier ausdrücklich eine Branchenlösung für Getränke abgelehnt.

Bruch (Abzüge)
Pauschale Kürzungen von Beteiligungsentgelten für Verkaufsverpackungen, die wegen Diebstahls, Schwund, Ablaufs des Mindesthaltbarkeitsdatums oder Beschädigung im Handel verbleiben sowie wegen nicht vollständiger Restentleerung vom Endverbraucher evtl. nicht dem dualen System zugeführt werden, sind nicht zulässig. (OLG Düsseldorf Az: VI – U- (Kart) 15/09).

C

CO2-Äquivalente
Um die Emission aller Treibhausgase mit einem Wert angeben zu können, wird die Klimawirksamkeit der Treibhausgase in die von Kohlendioxid umgerechnet. Dieser Wert wird als CO2-Äquivalentwert (CO2E) bezeichnet.

D

Diebstahl (Abzüge)
Pauschale Kürzungen von Beteiligungsentgelten für Verkaufsverpackungen, die wegen Diebstahls, Schwund, Ablaufs des Mindesthaltbarkeitsdatums oder Beschädigung im Handel verbleiben sowie wegen nicht vollständiger Restentleerung vom Endverbraucher evtl. nicht dem dualen System zugeführt werden, sind nicht zulässig. (OLG Düsseldorf Az: VI – U- (Kart) 15/09).

Duales System
Ein duales System ist ein zweites Entsorgungssystem neben der öffentlich-rechtlichen Abfallentsorgung und ausschließlich für gebrauchte Verkaufsverpackungen eingerichtet. Im Jahr 1990 wurde die „Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland GmbH (DSD)“ als erstes System gegründet, welches das heutige haushaltsnahe Rücknahmesystem aufgebaut hat. Die DSD erfüllt für ihre Kunden die Verpflichtungen aus der Verpackungsverordnung, die 1991 in Kraft getreten ist und letztmalig 2008 novelliert wurde. Entsorgungsdienstleistungen der Sammlung, Sortierung und Verwertung von Verkaufsverpackungen werden über die Beteiligungsentgelte finanziert. Hersteller/Vertreiber, die ihre Verkaufsverpackungen nicht bei einem dualen System beteiligen, begehen eine bußgeldbewährte Ordnungswidrigkeit und belasten das System kostenintensiv. Der Betreiber eines dualen Systems ist verpflichtet jährlich bis zum 1. Mai gegenüber den obersten Landesbehörden die Erfassung und der Verwertung zugeführter Verpackungsmengen nachzuweisen. Werden die Pflichten der Verpackungsverordnung nicht vollumfänglich erfüllt, kann die oberste Landesbehörde des jeweiligen Bundeslands die Feststellung der Systemeinrichtung widerrufen. Derzeit werden neun festgestellte duale Systeme in der Bundesrepublik betrieben (Stand 06/2010).

E

Eigenmarke
Die Länderarbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) hat festgelegt, dass es sich bei einer Marke dann um eine Eigenmarke handelt, wenn der Handel (hier Vertreiber, z. B. Discounter) Eigentümer der Marke ist und als Hersteller der Ware auf der Verpackung aufgeführt ist. Ist dies der Fall, ist der entsprechende Handel Erstinverkehrbringer der Verkaufsverpackung und hat diese an einem dualen System gemäß Verpackungsverordnung zu beteiligen.

Eigenrücknahme
Die Verpackungsverordnung bietet den Herstellern/Vertreibern von Verkaufsverpackungen für private Endverbraucher – beim grundsätzlichen Verbleiben der anfänglichen Beteiligungspflicht – die Möglichkeit, diese am Ort der tatsächlichen Abgabe zurück zu nehmen. Dabei können auch Verkaufsverpackungen anderer Hersteller/Vertreiber zurückgenommen werden, sofern diese der Art, Form und Größe bzw. solcher des eigenen Sortiments entsprechen. Wird die Eigenrücknahme nachweislich durchgeführt, können die Beteiligungsentgelte von dem/den beauftragten dualen System/en mit entsprechender Nachweisführung anschließend zurück gefordert werden.

Einweggetränkeverpackungen
Im Gegensatz zu Mehrweggetränkeverpackungen sind Einweggetränkeverpackungen nur für den einmaligen Gebrauch als geschlossene Verpackung für flüssige Lebensmittel bestimmt. Einweggetränkeverpackungen mit einem Füllvolumen von 0,1 bis 3 Liter unterliegen – mit Ausnahmen – grundsätzlich der Pfandpflicht. Ökologisch vorteilhafte Einweggetränkeverpackungen sind nach der Begriffsbestimmung der Verpackungsverordnung Getränkekartonverpackungen, Getränke-Polyethylen-Schlauchbeutel-Verpackungen sowie Folien-Standbodenbeutel. Getränkeverpackungen aus diesen Materialien sind grundsätzlich nicht pfandpflichtig. Nicht ökologisch vorteilhafte Einweggetränkeverpackungen, sind in Abhängigkeit von ihrem Füllgut pfandpflichtig.

Endverbraucher
Gemäß der Begriffsbestimmung ist derjenige Endverbraucher, der die Waren in der an ihn gelieferten Form nicht weiter veräußert. Private Endverbraucher sind private Haushalten und vergleichbare Anfallstellen, wie z. B. Gaststätten, Hotels, Kantinen, Verwaltungen, Kasernen, Krankenhäuser, Bildungseinrichtungen, karitative Einrichtungen, Freiberufler, typische Anfallstellen des Kulturbereichs und des Freizeitbereichs sowie landwirtschaftliche- und Handwerksbetriebe mit haushaltsüblichen Abfallmengen.

Energetische Verwertung
Bei der energetischen Verwertung ersetzen die eingebrachten Abfälle Primärbrennstoffe wie Öl, Gas und Kohle. Der Energieinhalt wird dabei zur Wärmeerzeugung oder der Stromproduktion eingesetzt. Die energetische Verwertung ist seit 1998 neben der werkstofflichen Verwertung eine für Verpackungskunststoffe zugelassene Verwertungsoption.

Energieverbrauch/Primärenergieeinsparung
Die Wirkkategorie Energieverbrauch gibt an, wie viel Primärenergie (z. B. Erdöl, Erdgas) durch die Verwertung eingespart wird. In der jährlichen DSD-Umweltbilanz werden die durch die Verwertung erzielten Einspareffekte in Megajoule (MJ) angegeben.

Entsorgungspartner
Entsorgungspartner sind Fachunternehmen, die im Auftrag der dualen Systeme tätig werden. Sie holen die Verkaufsverpackungen beim oder in der Nähe der Endverbraucher ab und bringen die gesammelten Verpackungen zu den Sortieranlagen. Seit der Inbetriebnahme des dualen Systems hat sich die Entsorgungsbranche grundlegend gewandelt: Aus herkömmlichen Müllabfuhrunternehmen sind hoch spezialisierte Betriebe mit moderner Logistik und Sortiertechnik entstanden. Auf diese Weise wurden zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen.

Erfassungsstruktur
Im Rahmen der haushaltsnahen Rücknahme von Verkaufsverpackungen stehen den Endverbrauchern Sammelbehälter für Leichtverpackungen, Papier und Glas zur Verfügung. Man unterscheidet zwischen dem Hol- und Bringsystem. Als Holsystem bezeichnet man das System, bei dem für die genannten Abfallstoffe Tonnen oder Säcke direkt bei den Endverbrauchern abgeholt werden. Stehen am Straßenrand z. B. Glasiglus bereit, zu denen die Verpackungen vom Endverbraucher gebracht werden, so bezeichnet man diese Entsorgungsstruktur als Bringsystem.

Erstinverkehrbringer
Erstinverkehrbringer sind Hersteller oder Vertreiber, die gemäß § 6 Abs. 1 Satz 1 Verpackungsverordnung erstmals mit Ware befüllte Verkaufsverpackungen, die typischerweise beim Endverbraucher anfallen, an einen im Wirtschaftsverkehr tätigen Dritten abgeben. Ein Handelshaus gilt nach LAGA als Erstinverkehrbringer, wenn es ausschließlich selbst als Abfüller/Hersteller auf der Verpackung angegeben ist und das Markenrecht inne hat.

EU-Verpackungsrichtlinie
Die Richtlinie der Europäischen Union (EU), nach der die Mitgliedstaaten – mit wenigen Ausnahmen – bis zum 30. Juni 2001 nationale Sammel- und Verwertungssysteme für Verpackungen einzurichten hatten. Die EU-Verpackungsrichtlinie, in Kraft seit dem 20. Dezember 1994, gibt bei der Behandlung von Verpackungsabfällen der Vermeidung die erste Priorität, gefolgt von Wiederverwendung, stofflicher Verwertung und anderen Formen der Verwertung. Sie schreibt den Mitgliedstaaten entsprechende Maßnahmen vor.

Eutrophierung
Eutrophierung ist die Überdüngung von Gewässern durch einen zu hohen Eintrag von Phosphat- und Stickstoffverbindungen. Diese Verbindungen können ein übermäßiges Wachstum von Organismen zur Folge haben. Der daraus entstehende Sauerstoffmangel gefährdet das Ökosystem der Gewässer. In der jährlichen DSD-Umweltbilanz werden die durch die Verwertung erzielten Einspareffekte in Phosphat-Äquivalenten (PO4E) angegeben.

F

Fehlwürfe
Ein in der Abfallwirtschaft (getrennte Sammlung von Abfall) gebräuchlicher Begriff für Abfall, der in die falschen Sammelbehälter geworfen wird, z. B. Kunststoffverpackungen in die Biotonne. Am Beispiel der Sammelsysteme der dualen Systeme unterscheidet man unter stoffgleichen und nicht stoffgleichen Fehlwürfen. Unter stoffgleichen Nichtverpackungen versteht man Abfall, der zwar stofflich gesehen den Fraktionen des Verpackungsmaterials entspricht, aber nicht als Verpackungsmaterial gilt, z.B. Kinderspielzeug aus Kunststoff. Nicht stoffgleiche Verpackung sind Verpackungen, die zwar in einem Sammelbehälter für Verpackungen gelandet sind, aber im falschen, also in einem Behälter, der nicht die Stoffgruppe der betreffenden Verpackung bestimmt ist, z. B. Altpapier in der der Gelben Tonne
Die Abfälle, die fälschlich in die Gelbe Tonne/den Gelben Sack geworfen werden, müssen in den Sortieranlagen unter hohem Aufwand und hohen Kosten wieder aussortiert werden.

Fossile Ressourcen
Fossile Ressourcen werden durch das Recycling und die Herstellung von Sekundärrohstoffen geschont. Das ist insbesondere für ein rohstoffarmes Land wie Deutschland von besonderer Bedeutung. In der jährlichen DSD-Umweltbilanz werden die durch die Verwertung erzielten Einspareffekte in Tonnen Rohöl-Äquivalenten (RÖE) angegeben.

Freistellung
Eine Feststellung der Landesumweltministerien, dass ein duales System, das neben der kommunalen Abfallwirtschaft eingerichtet ist, die regelmäßige Erfassung, Sortierung und Verwertung von gebrauchten Verkaufsverpackungen flächendeckend und endverbrauchernah gewährleistet sowie die Quotenvorgaben der Verpackungsverordnung erfüllt.

G

Gelbe Tonne / Gelber Sack
Die dualen Systeme bieten verschiedene Sammelsysteme zur haushaltsnahen Erfassung von Verkaufsverpackungen an. In der Gelben Tonne bzw. dem Gelben Sack werden überwiegend Leichtverpackungen aus Kunststoff, Aluminium, Weißblech und Verbundstoffen in den Kommunen gesammelt. Aufgebaut wurde die haushaltsnahe Erfassung durch die Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH. Heute können alle dualen Systeme diese Struktur nutzen. Welches System in den einzelnen Regionen genutzt wird, ist abhängig von den Abstimmungen mit diesen Kommunen und den vorhandenen Strukturen.

Getränkekarton
Ein Getränkekarton ist eine Verkaufsverpackung aus Verbundstoffen. Getränkekartons bestehen aus Zellstoff und dem Kunststoff Polyethylen (PE) zur Befüllung mit flüssigen oder pastösen Lebensmitteln. Getränkekartons für länger haltbare Produkte, wie z. B. Säfte, sind u. a. mit einer Schicht Aluminium versehen. Die langen, reißfesten Fasern des Kartons sind u. a. in der Papierindustrie begehrt. Das Umweltbundesamt hat Getränkekartons in einer Umweltbilanz als ökologisch vorteilhafte Verpackung eingestuft.

Gewerbliche Anfallstellen
Zu den privaten Endverbrauchern im Sinne der Verpackungsverordnung gehören neben den privaten Haushaltungen auch vergleichbare Anfallstellen, die sich gewerblich betätigen.

Glas
Glas ist ein wichtiges Material zum Verpacken von Lebensmitteln. Glasrecycling hat in Deutschland Tradition. Bundesweit werden gebrauchte Glasverpackungen in Containern für Grün-, Weiß- und Braunglas gesammelt und der Verwertung zugeführt. Die Recyclingmenge von Glas ist seit Beginn der 70er-Jahre stetig gestiegen. Wurden 1972 rund 3.500 Tonnen Glas verwertet, so waren es Ende der 80er-Jahre bereits 1,3 Millionen Tonnen. Heute sind es über 2 Millionen Tonnen Glas. Die gesammelten Behältergläser gelangen in einen geschlossenen Wertstoffkreislauf und können beliebig oft recycelt werden. Wichtig dabei ist das richtige Trennen nach Farben: Neben Containern für weißes und braunes Glas, stehen die Grünglascontainer für grünes und sonstiges Buntglas zur Verfügung. Seit einigen Jahren geht der Glasverbrauch zu Gunsten von Kunststoffflaschen aus PET zurück. Das leichtere Material wird vor allem immer häufiger für Getränkeflaschen verwendet.

Grüner Punkt
Die Marke „Der Grüne Punkt“ ist ein weltweit geschütztes Zeichen, das in zahlreichen Ländern genutzt wird. Eigentümerin der Marke ist die Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH (DSD). Die europäische Dachorganisation PRO EUROPE ist für die internationale Vergabe zuständig. Bis zum Entfall der Kennzeichnungspflicht für Verkaufsverpackungen, die an einem Rücknahmesystem teilnehmen 2008, wurde „Der Grüne Punkt“ als Unterscheidungsmerkmal genutzt. Verpackungen, die mit dem „Grünen Punkt“ gekennzeichnet waren, sind durch Zahlung eines Lizenzentgeltes in das duale System einbezogen worden. Mit Wegfall der Kennzeichnungspflicht seit Inkrafttreten der 5. Änderungsverordnung der Verpackungsverordnung erfolgt die freiwillige Kennzeichnung der Verpackungen auf Basis eines Markennutzungsvertrages mit der DSD.

GVM
Die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH mit Sitz in Wiesbaden erstellt Studien zu allen Themen rund um das Thema „Verpackungen“. Dazu zählen im Bereich der Verkaufsverpackungen z. B. wissenschaftliche Abhandlungen zur Umsetzung von Branchenlösungen mit Branchenquoten sowie die Abgrenzung von Verkaufs- oder Transportverpackungen. Zusammen mit der Cyclos GmbH wurde zur Orientierung, welche Verpackung als Verkaufsverpackung gemäß Richtlinien und Praxis definiert wird, die Plattform www.verpackV-konkret.de aufgebaut.

H

Handelsexporte
Handelsexporte nennt man im Zusammenhang mit der Beteiligungspflicht Verpackungen, die an einem dualen System beteiligt sind, jedoch durch Export nicht beim Endverbraucher im Geltungsbereich der Verpackungsverordnung anfallen.

I

ifeu-Institut
Das ifeu - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH ist ein unabhängiges ökologisches Forschungsinstitut, das 1978 von der Universität Heidelberg gegründet wurde. (www.ifeu.de)

IHK-Register
Gemäß der 5. Änderungsverordnung der Verpackungsverordnung sind Hersteller/Vertreiber von Verkaufsverpackungen ab einer bestimmten Menge vertriebener Verpackungen verpflichtet, jährlich zum 1. Mai eine Vollständigkeitserklärung (VE) gegenüber dem IHK-Register (https://www.ihk-ve-register.de) abzugeben. Zudem sind alle dualen Systeme verpflichtet, die jeweils beteiligten Mengen je Kunde gegenüber dem Register zu melden. Eine Übersicht darüber, welche Unternehmen ihrer Vorlageverpflichtungen nachgekommen sind, kann man unter dem o. g. Link erhalten. Die Vollzugsbehörden werden darüber hinaus weitergehend zur Kontrolle der Nachweise informiert. Die Kosten der Hinterlegung tragen die dualen Systeme, gemessen an deren jeweiligen Marktanteil.

Import
Unternehmen, die mit Ware befüllte Verkaufsverpackungen in die Bundesrepublik importieren, gelten als Hersteller und unterliegen somit von der Systembeteiligung bis zur Abgabe der Vollständigkeitserklärung vollumfänglich den Regelungen der Verpackungsverordnung.

In-Verkehr-bringen
Bezogen auf die Verpackungsverordnung bezieht sich diese Bezeichnung auf den Hersteller/Vertreiber (= Erstinverkehrbringer) eines Produktes, der dieses zusammen mit einer Verkaufsverpackungen für den privaten Endverbraucher erstmalig an einen im Wirtschaftsverkehr tätigen Dritten abgibt.

K

Karton
Ein einlagiger Karton ist – vereinfacht dargestellt – dickeres Papier. Zur Herstellung mehrlagiger Kartonsorten, die oft aus rohstoffmäßig verschieden zusammengesetzten Lagen bestehen, werden mehrere nasse Papierbahnen aufeinandergepresst (gegautscht), so dass sie ohne Klebstoff aneinander haften. Beim mehrlagigen Faltschachtelkarton ist die Vorderseite gestrichen oder ungestrichen. Daneben gibt es auch mehrlagigen Karton, dessen Lagen miteinander verklebt werden (geklebter Karton). Betrachtet man die ?ächenbezogene Masse (150 - 600 g/m2), so reicht Karton sowohl in das Gebiet der Papiere als auch in das der Pappen hinein. Neben Faltschachteln werden auch hochwertige Verpackungen, Feinkartonagen, Buchdeckel, Displays, Papierbecher sowie Milch- und Saftverpackungen aus Karton hergestellt.
Quelle:
Verband Deutscher Papierfabriken e.V. (Glossar)
Adenauerallee 55
D-53113 Bonn

Kleinverpackungen
Auch kleinteilige Kunststoffverpackungen können heute den vorgesehenen Verwertungsweg gehen. Modernste automatische Sortiertechniken unterscheiden ausschließlich nach dem Material; die Größe der Verpackung ist völlig irrelevant.

Klimazertifikat
Unsere Kunden erhalten jährlich ein Klimazertifikat. Dieses weist den Anteil der Kohlendioxid (CO2)-Einsparung aus, der durch die Verwertung von Verkaufsverpackungen durch Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland GmbH erzielt wird.
Basis für die Berechnung der Einsparung von Kohlendioxid-Äquivalenten (CO2E) ist die jährlich aktualisierte DSD-Umweltbilanz. Diese wird in Anlehnung an die Ökobilanzmethode nach den DIN EN ISO-Normen 14040 und 14044 erstellt und jährlich einer wissenschaftlichen Prüfung durch das Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) in Heidelberg unterzogen. Die Berechnungen der Gesamtumweltbilanz wurden/werden zudem jährlich gutachterlich bestätigt.

Kunststoff
Als Kunststoffe bezeichnet man Stoffe, deren Grundbestandteil synthetisch oder halbsynthetisch erzeugte Polymere sind. Durch die Auswahl des Ausgangsmaterials, das Herstellungsverfahren und die Beimischung von Additiven lassen sich technische Eigenschaften von Kunststoffen, wie Formbarkeit, Härte, Elastizität, Bruchfestigkeit, Temperatur und chemische Beständigkeit, in weiten Grenzen variieren. Kunststoffe werden zu Formteilen, Halbzeugen, Fasern oder Folien weiterverarbeitet. Für den Einsatz als Verpackungsmaterialien werden Kunststoffe immer beliebter. Orientiert an der Stückzahl bestehen heute mehr als 60 Prozent aller Verpackungen ganz oder teilweise aus Kunststoffen. Überwiegend werden fünf Sorten eingesetzt: Polyethylen (PE), Polypropylen (PP), Polystyrol (PS), Polyethylenterephthalat (PET) und zu einem ganz geringen Anteil Polyvinylchlorid (PVC).

L

LAGA
Die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) ist ein Arbeitsgremium der Umweltministerkonferenz und wurde 1963 gegründet. Aufgabe ist die Sicherstellung des Vollzugs (=Kontrolle) des deutschen Abfallrechts in den Bundesländern sowie die Erarbeitung von Lösungen zu abfallwirtschaftlichen Problemen. (siehe auch www.LAGA-online.de)

Leichtverpackungen
Leichtverpackungen (LVP) sind Verkaufsverpackungen aus Kunststoffen, Verbundstoffen, Aluminium und Weißblech. Diese werden haushaltsnah über die dualen Systeme entsorgt, i. d. R. über die Gelbe Tonne / den Gelben Sack.

M

M37
Bei der M37 handelt es sich um die 37. Mitteilung der LAGA (Bund-/ Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall) mit dem Titel: „Anforderungen an Hersteller und Vertreiber im Rahmen der Rücknahme von Verkaufsverpackungen, der Hinterlegung der Vollständigkeitserklärung sowie zur Prüfung der Mengenstromnachweise durch Sachverständige“ aus Dezember 2009. Die M37 ist eine Handlungsanleitung für die Vollstreckungsbehörden.

Mehrwegsystem
Nach Auffassung des Bundesumweltministeriums kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei einer Getränkeverpackung um eine Mehrwegverpackung handelt, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: Die Verpackung muss zunächst mit Blick auf technische Voraussetzungen geeignet sein, mehrfach wieder befüllt und zum gleichen Zweck wiederverwendet zu werden. Darüber hinaus muss ein ausreichender Rückgabe-Anreiz für die Verbraucher gegeben sein, der in der Regel von der Erhebung und Erstattung eines Pfandes ausgeht. Außerdem muss eine Logistik zur Rücknahme und zur Rückführung der Flaschen zum Abfüller eingerichtet sein, die es ermöglicht, dass die Verpackungen mehrfach nach Gebrauch zum Abfüller und - wieder befüllt - zum Endverbraucher zurück gelangen. Hierfür müssen neben der Logistik Einrichtungen zum Spülen und Wiederbefüllen der Flaschen installiert sein, die geeignet sind, die bei Mehrwegsystemen üblichen hohen Rücklaufmengen (i. d. R. - weit - über 90 %) zu bewältigen."

Mengenstromnachweis
Der jährliche Leistungsnachweis der einzelnen dualen Systeme gegenüber den Landesumweltministerien über die in Deutschland gesammelten und verwerteten Verkaufsverpackungen wird als Mengenstromnachweis bezeichnet. Grundlage dafür ist die Verpackungsverordnung. Der Mengenstromnachweis muss von den Systembetreibern den LandesumweItministerien für das abgelaufene Kalenderjahr jeweils zum 1. Mai vorgelegt werden. Er muss darstellen, welche Erfassungsmengen in den einzelnen Ländern erzielt und welche Mengen einer Verwertung zugeführt wurden. Bemessungsgrundlage für die bundesweite, materialspezifische Verwertungsquote ist die Menge an Verpackungen, die in das jeweilige System eingebracht wurde (=Beteiligungsmenge). Sie wird in Relation zu der Menge an Verkaufsverpackungen gesetzt, die der Verwertung zugeführt wurde (=Sammelmenge ohne Fehlwürfe). Unabhängige Gutachter zertifizieren die ordnungsgemäße Erstellung der Angaben.

Mischkunststoffe
Unter Mischkunststoffen werden spezifizierte Kunststofffraktionen aus gemischten Kunststoffverkaufsverpackungen verstanden. Mischkunststoffe entstehen nach der Sortierung von Folien, PE-HD und anderen Fraktionen. Für Mischkunststoffe stehen alle Verwertungsoptionen (werkstoffliche, stoffliche und energetische Verwertung) zur Verfügung.

N

Nachhaltigkeit / Nachhaltige Entwicklung
Ein zentrales Leitbild der Umweltpolitik ist die nachhaltige Entwicklung. Der Begriff der Nachhaltigkeit beinhaltet, dass natürliche Rohstoffe nur in dem Maße verbraucht werden sollen, wie sie sich erneuern können. Gleichzeitig sollten nur so viele Emissionen ausgestoßen werden, wie von der Natur abgebaut werden können. Nach diesem Leitbild, zu dem sich die internationale Staatengemeinschaft im Rahmen des Umweltgipfels 1992 in Rio de Janeiro bekannt hat, darf der Konsum der heutigen Generation nicht zu Lasten künftiger Generationen gehen. Wirtschaftlicher Wohlstand, soziale Gerechtigkeit und die Schonung der natürlichen Lebensgrundlagen sollen miteinander in Einklang gebracht werden. Die Kreislaufwirtschaft ist ein zentraler Baustein nachhaltigen Wirtschaftens. Das Recycling gebrauchter Materialien, wie etwa Verpackungen, schont wertvolle Ressourcen und leistet auf diese Weise einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung (englisch: „sustainable development“).

O

Ökobilanz
Ökobilanzen sind ein Hilfsmittel zur Vorbereitung umweltorientierter Entscheidungen im Lebenszyklus eines Produktes. Sie werden eingesetzt, um die Schwachstellen im Lebensweg der Produkte offen zu legen, die Umwelteigenschaften von Produkten zu verbessern, mögliche Alternativen zu vergleichen und Handlungsempfehlungen zu begründen. Um einen bestimmten Produktnutzen zu erzielen, können als Faktoren auch der Vergleich betreffender Dienstleistungen sowie alternative Verhaltensweisen in eine Ökobilanz einfließen. Ökobilanzen existieren u. a. im Bereich Bewertung von Kunststoff-Verwertungsverfahren sowie zum Vergleich von Einweg- und Mehrwegverpackungen.

P

Packhilfsmittel
Packhilfsmittel gemäß DIN 55405 sind Bestandteile einer Verkaufsverpackung. Darunter werden Materialien verstanden, die zum Verpacken und zur Festigkeit (z. B. Umreifungsbänder, Verschlüsse) und zur Kennzeichnung (z. B. Etiketten) einer Verpackung dienen sowie Polstermittel (z. B. Luftkissen).

Papier
Papier ist ein Erzeugnis aus mechanisch oder chemisch freigelegten Pflanzenfasern, die in wässriger Suspension miteinander verfilzt und – unter Zusatz von Hilfs- und Füllstoffen, Farbstoffen oder Leim – zu einer Blattform verarbeitet werden. Laut DIN 6730 ist Papier „ein flächiger im Wesentlichen aus Fasern meist pflanzlicher Herkunft bestehender Werkstoff, der durch Entwässerung einer Faserstoffaufschwemmung auf einem Sieb gebildet wird“.
Quelle:
Verband Deutscher Papierfabriken e.V. (Glossar)
Adenauerallee 55
D-53113 Bonn

Pappe
Pappe unterscheidet sich von Papier und Karton im Wesentlichen durch die höhere flächenbezogene Masse (› 600 g/m2), die größere Dicke und die damit höheren physikalischen Eigenschaften. Da es technisch schwierig und unwirtschaftlich ist, auf der Maschine ein für Pappen ausreichend dickes einlagiges Vlies in einem Arbeitsgang herzustellen, presst man mehrere dünne Lagen in feuchtem Zustand aufeinander. Zur Herstellung von “Wickelpappe“ dienen Rundsiebmaschinen, bei denen das gebildete Faservlies nass auf eine sog. Formwalze gewickelt wird, bis die gewünschte Schichtdicke erreicht ist. Durch Aufschneiden des Pappzylinders entsteht ein Bogen, der früher von Hand abgenommen wurde (Handpappe). “Maschinenpappe“ besteht in der Regel aus Lagen unterschiedlicher Zusammensetzung, wobei die Decklagen gewöhnlich aus dem hochwertigeren Material bestehen. Maschinenpappe stellt man durch Aufeinanderpressen von mehreren auf Rundsieb- und/oder Langsiebmaschinen gleichzeitig erzeugten Faservliesen her. Die Benennung der Pappen erfolgt häufig nach dem verwendeten Rohstoff, z. B. Holzpappe (aus Holzstoff), Graupappe (aus Altpapier) oder nach Ihrer Verwendung wie z. B. Kartonagenpappe, Dachpappe (Roo?ng board), Buchbindergraupappe, Karosseriepappe, Dekopappe. Die Bezeichnung “Vollpappe“ unterscheidet “massive“ Pappen von der Wellpappe. Dies ist mehrlagige Pappe, bestehend aus einer oder mehreren Lagen miteinander verleimter, glatter und gewellter Papierbahnen.
Quelle:
Verband Deutscher Papierfabriken e.V. (Glossar)
Adenauerallee 55
D-53113 Bonn

PET
Polyethylenterephtalat (PET) gehört neben dem ebenfalls weit verbreiteten Polycarbonat (PC) zur Gruppe der Polyester. Zu den Hauptanwendungen für PET zählt die PET-Flasche, die aufgrund der günstigeren Rohstoffkosten  und vor allem auf Grund ihres geringeren Gewichtes zunehmend die Glasflasche vom Markt verdrängt. Recyceltes PET hat im „bottle to bottle“ - Recycling die Lebensmittelzulassung. Eine weitere häufig vertretene Anwendung von PET sind Mikrofasern für Textilien und Vliesstoffe. Häufig werden diese Mikrofasern aus recycelten PET-Einwegflaschen gewonnen.

Pfandpflicht / Pfandpflichtige Einweggetränkeverpackungen
Im Gegensatz zu Mehrweggetränkeverpackungen sind Einweggetränkeverpackungen nur für den einmaligen Gebrauch als geschlossene Verpackung für flüssige Lebensmittel bestimmt. Einweggetränkeverpackungen mit einem Füllvolumen von 0,1 bis 3 Liter unterliegen – mit Ausnahmen – grundsätzlich der Pfandpflicht. Ökologisch vorteilhafte Einweggetränkeverpackungen sind nach der Begriffsbestimmung der Verpackungsverordnung Getränkekartonverpackungen, Getränke-Polyethylen-Schlauchbeutel-Verpackungen sowie Folien-Standbodenbeutel. Getränkeverpackungen aus diesen Materialien sind grundsätzlich nicht pfandpflichtig. Nicht ökologisch vorteilhafte Einweggetränkeverpackungen, sind in Abhängigkeit von ihrem Füllgut pfandpflichtig.

Primärverpackung
Bei einer Gesamtverpackung aus mehreren Verpackungsebenen bauen sich diese von innen nach außen auf. Eine Primärverpackung ist diejenige Verpackung, die das Füllgut aufnimmt bzw. im Kontakt mit dem Füllgut steht.

PRO EUROPE
Zur Etablierung der Marke „Der Grüne Punkt“ als einheitliches europäisches Markenzeichen wurde 1995 die „Packaging Recovery Organisation Europe s.p.r.l.“ (PRO EUROPE) mit Sitz in Brüssel gegründet. Die Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland GmbH hat die Nutzungsrechte für die Marke „Der Grüne Punkt“ mit Ausnahme der Bundesrepublik Deutschland auf PRO EUROPE übertragen. Primäre Aufgabe dieser Organisation ist es, dieses Markenzeichen an dafür qualifizierte nationale Sammel- und Verwertungssysteme zu vergeben. Die Marke „Der Grüne Punkt“ wird in vielen Ländern genutzt und auf die Verkaufsverpackungen gebracht – auch über Europas Grenzen hinaus. Weitere Informationen unter http://www.pro-e.org.

Produktverantwortung / Produzentenverantwortung
Die Verantwortlichkeit des Produzenten oder Vertreibers für den Lebenszyklus eines Produktes von der Entwicklung bis zur Entsorgung. Mit der Verpackungsverordnung von 1991 wurde in Deutschland erstmals umfassend die abfallwirtschaftliche Produktverantwortung für einen Teilbereich des Abfallrechts eingeführt. Im Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz von 1996 wurde die Produzentenverantwortung als Grundvoraussetzung einer zielführenden Kreislaufwirtschaft bestimmt und auf alle Konsum- und Gebrauchsgüter ausgedehnt. Damit gehört zu den Aufgaben des Herstellers auch die Vermeidung, Verwertung und Beseitigung der durch sein Produkt entstehenden Abfälle.

R

Recycling
Unter Recycling versteht man die Rückführung gebrauchter Materialien (z. B. Verpackungen) in den Stoffkreislauf, etwa durch das Sammeln, Sortieren, Veredeln sowie die stoffliche oder energetische Verwertung. Je mehr Verpackungen ins Recycling gelangen, desto weniger wertvolle Rohstoffe müssen bei der Herstellung neuer Produkte eingesetzt werden.

Rohstoffliche Verwertung
Ein Verwertungsweg z. B. für Kunststoffe, die den stofflichen Charakter des Kohlenstoffes im Kunststoff nutzen. Zum rohstofflichen Recycling zählen die Methanolerzeugung und das Reduktionsverfahren.

S

Schadstoffhaltige Füllgüter
Schadstoffhaltige Füllgüter im Sinne der Verpackungsverordnung sind Stoffe und Zubereitungen, die bei einem Vertrieb im Einzelhandel dem Selbstbedienungsverbot nach den Vorgaben der Chemikalienverordnung unterliegen. Ebenso zählen Pflanzenschutzmittel im Sinne des Pflanzenschutzgesetzes dazu, die nach der Gefahrstoffverordnung entsprechend gekennzeichnet sind sowie gesundheitsschädliche, nach der Gefahrstoffverordnung zu kennzeichnende und in Druckgaspackungen in Verkehr gebrachte Diphenylmethan-4,4‘-diisocyanat (MDI). Für diese gelten besondere Rücknahmeverpflichtungen aus der VerpackV.

Schwund (Abzüge)
Pauschale Kürzungen von Beteiligungsentgelten für Verkaufsverpackungen, die wegen Diebstahls, Schwund, Ablaufs des Mindesthaltbarkeitsdatums oder Beschädigung im Handel verbleiben sowie wegen nicht vollständiger Restentleerung vom Endverbraucher evtl. nicht dem dualen System zugeführt werden, sind nicht zulässig. (OLG Düsseldorf Az: VI – U- (Kart) 15/09).

Sekundärrohstoffe
Rohstoffe, die durch Recycling wieder gewonnen werden und als Ausgangsstoffe für neue Produkte dienen. So werden etwa gebrauchte Verpackungen aus Glas, Papier, Kunststoff, Aluminium, Weißblech und Verbundstoffen durch verschiedene Verwertungsverfahren wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt. Die Nutzung von Sekundärrohstoffen schont natürliche Ressourcen und leistet einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung.

Serviceverpackungen
Bezeichnung für Verpackungen des Handels, der Gastronomie und anderer Dienstleister, die die Übergabe von Waren vor Ort an den Endverbraucher ermöglichen oder unterstützen sowie Einweggeschirr. Dazu zählen Tragetaschen ebenso wie Brötchentüten, Blumeneinschlagpapiere, Pommesschalen oder Einwickelfolien für Wurst und Käse.

Sortierung
In Sortieranlagen für Leichtverpackungen (LVP) durchlaufen die Verpackungsartikel verschiedene Stationen, an denen jeweils eine bestimmte Materialfraktion aus dem Stoffstrom heraussortiert wird. Nach dem aktuellen Stand der Technik ist die Sortierung weitestgehend automatisiert. Sortierpersonal ist in der Qualitätskontrolle einzelner Fraktionen notwendig. Die größten Anlagen können bis zu 150.000 t Leichtverpackungen pro Jahr sortieren. Zu Ballen gepresst, werden die einzelnen Materialfraktionen anschließend dem Recycling zugeführt.

Stoffliche Verwertung
Die Verwertung gebrauchter Verpackungen kann stofflich oder energetisch erfolgen. Die stoffliche Verwertung untergliedert sich in die rohstoffliche Verwertung und die werkstoffliche Verwertung.

Systembeteiligungspflicht
Hersteller und Vertreiber, die mit Ware befüllte Verkaufsverpackungen, die typischerweise beim privaten Endverbraucher anfallen, erstmals in Verkehr bringen, sind zur Gewährleistung der flächendeckenden Rücknahme dieser Verpackungen originär verpflichtet, sich an mindestens einem dualen System zu beteiligen. Vertreiber von mit Ware befüllten Serviceverpackungen können ausnahmsweise diese Pflicht auf den Vorvertreiber verlagern.

T

Transportverpackungen
Gemäß Verpackungsverordnung versteht man unter Transportverpackungen Verpackungen, die den Transport von Waren erleichtern, die Waren auf dem Transport vor Schäden bewahren oder die aus Gründen der Sicherheit des Transports verwendet werden und beim Vertreiber anfallen.

Treibhauseffekt
Mit Treibhauseffekt bezeichnet man die klimaerwärmende Wirkung von Treibhausgasen. In der jährlichen DSD-Umweltbilanz wird die durch die Verwertung erzielte Einsparung von Treibhausgasen in Kohlendioxid-Äquivalenten (CO2E) angegeben.

Treibhausgase
Treibhausgase können neben Kohlendioxid (CO2) auch andere Gase wie z. B. Methan (CH4) oder Lachgas (N2O) sein.

Trittbrettfahrer
Unternehmen, die die Systembeteiligungspflicht nicht erfüllen und deren Verkaufsverpackungen die dualen Systeme durch fehlende Finanzierung belasten.

U

UMK
UMK ist die Kurzbezeichnung für die Umweltministerkonferenz, eine Fachministerkonferenz für Umweltpolitik, unter Beteiligung der Umweltministerinnen, -minister, -senatorinnen und -senatoren des Bundes und der Länder. Aufgabe der UMK ist die Festlegung einheitlicher Abläufe in den Bundesländern sowie die Positionierung gegenüber der Bundesregierung. Eine rechtsverbindliche Wirkung haben die Beschlüsse der UMK nicht.

Umverpackungen
Verpackungen, die als zusätzliche Verpackungen zu Verkaufsverpackungen verwendet werden und nicht aus Gründen der Hygiene, der Haltbarkeit oder des Schutzes der Ware vor Beschädigung oder Verschmutzung für die Abgabe an den Endverbraucher erforderlich sind.

Umweltbilanz
Die Umweltbilanz der Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH (DSD) ist eine freiwillige Studie und geht über den jährlichen Mengenstromnachweis gemäß Verpackungsverordnung hinaus. Sie schafft Transparenz darüber, wie der qualitative Beitrag zur Schonung und Sicherung natürlicher Ressourcen aussieht. Darüber hinaus macht sie deutlich, an welchen Stellen das System weiter ökologisch und ökonomisch optimiert werden kann. Sie ist deshalb auch Teil der Unternehmensstrategie der DSD GmbH. Seit 2001 erstellt die DSD jährlich eine Energieeffizienzanalyse bzw. eine Umweltbilanz über das gesamte Leistungsspektrum. Darin wird immer wieder deutlich, wie wichtig das Recycling von Verkaufsverpackungen für den Klima- und Ressourcenschutz ist.

Umweltzertifikat
Das Umweltzertifikat ist eine Erweiterung unseres Klimazertifikates. Neben dem Indikator Treibhauseffekt (CO2-Äquivalente) werden folgende zusätzliche Wirkkategorien ausgewiesen:
Energieverbrauch (MJ), Fossile Ressourcen (Rohöl-Äquivalente), Eutrophierung (Phosphat-Äquivalente) und Versauerung (Schwefeldioxid-Äquivalente).

V

Verbundstoffe
Verbundstoffe werden meist für Getränkekartons eingesetzt. Das Verpackungsmaterial besteht aus verschiedenen Schichten, die fest miteinander verbunden sind: Karton, Kunststoff (PE-Barrierefolie) und teilweise Aluminium.

Verkaufsverpackungen
Verkaufsverpackungen sind Verpackungen, die als eine Verkaufseinheit angeboten werden und beim Endverbraucher anfallen. Verkaufsverpackungen sind auch Verpackungen des Handels, der Gastronomie und anderer Dienstleister, die die Übergabe von Waren an den Endverbraucher ermöglichen oder unterstützen (Serviceverpackungen) sowie Einweggeschirr. Verkaufsverpackungen erfüllen wichtige Funktionen: Sie schützen das Produkt vor Einwirkungen wie Licht, Temperatur und Feuchtigkeit und gewährleisten die Haltbarkeit und den Geschmack der Ware. Darüber hinaus geben sie dem Verbraucher wichtige Informationen zu Inhaltsstoffen, Verfallsdatum, Herkunft und Preis des Produktes.

Verpackungsverordnung / Novelle der Verpackungsverordnung
Am 12. Juni 1991 trat in Deutschland die Verordnung zur Vermeidung und Verwertung von Verpackungsabfällen in Kraft. Unter anderem verpflichtet sie Handel und Industrie zur Rücknahme und stofflichen Verwertung von Transport, Um- und Verkaufsverpackungen und formuliert ausdrücklich den Schutz und den Ausbau von Mehrwegsystemen. Ziele sind die Vermeidung, Verminderung und Verwertung von Verpackungswertstoffen. Bei Verkaufsverpackungen sind Handel und Industrie verpflichtet, sich mit ihren Verpackungen einem flächendeckenden und haushaltsnahen System zur Erfassung, Sortierung und Verwertung gebrauchter Verkaufsverpackungen anzuschließen. Dafür stehen in Deutschland so genannte duale Systeme zur Verfügung, die ein gemeinsames Sammelsystem nutzen. Die 5. Änderung der Verpackungsverordnung, ist am 4. April 2008 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht worden und in weiten Teilen am 01.01.2009 in Kraft getreten. Die Novelle umfasst u. a. folgende grundsätzliche Änderungen:

  • Die Verantwortung zur Umsetzung der Verordnung hinsichtlich Verkaufsverpackungen trägt originär der Erstinverkehrbringer
  • Eine Beteiligungspflicht an dualen Systemen
  • Eine Möglichkeit der Beteiligung von Verkaufsverpackungen an Branchenlösungen, bestimmt für das Kleingewerbe
  • Die Erstellung einer Vollständigkeitserklärung für Verkaufsverpackungen

2014 wurden die 6. (Umsetzung von Präzsierungen in der Europäischen Verpackungsrichtlinie) und die 7. Novelle verabschiedet. Die 7. Novelle beendete die Möglichkeit, am Ort der Übergabe (Point of Sale) zurückgenommene Verkaufsverpackungen aus der Beteiligungspflicht am dualen System auszunehmen, und führte neue Anforderungen für Branchenlösungen ein.

VerpackV-Konkret
VerpackV-Konkret ist eine Internetplattform, betreut von den Firmen Cyclos GmbH und der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH (GVM). Diese Arbeitsgemeinschaft hat es sich zur Aufgabe gemacht, eine zum allgemeinen Verständnis dienende Datenbank für alle Verpflichteten und Verantwortlichen der Verpackungsverordnung aufzubauen. Inhalt sind Definitionen, Kriterien für die Mengenermittlung sowie andere Abgrenzungs- und Auslegungsfragen. Mit dieser Plattform soll erreicht werden, dass alle Beteiligten die Verpackungsverordnung einheitlich und rechtskonform umsetzen.

Versauerung (Luft)
Versauerung ist die Folge einer ph-Wert Senkung durch zu hohe Emissionen von Schwefel- und Stickstoffverbindungen. Diese Emissionen gelangen über die Luft (Saurer Regen) in die Ökosysteme Boden und Wasser. In der jährlichen DSD-Umweltbilanz werden die durch die Verwertung erzielten Einspareffekte in Schwefeldioxid-Äquivalenten (SO2E) angegeben.

Verwertungsquoten
Die Verpackungsverordnung schreibt Quoten für die stoffliche Verwertung von Verkaufsverpackungen vor. Die Erfüllung dieser Verwertungsquoten müssen die Systeme im jährlichen Mengenstromnachweis belegen. Seit dem 1. Januar 1999 gelten folgende materialspezifische Verwertungsquoten:

  • Glas 75 Prozent
  • Weißblech 70 Prozent
  • Aluminium 60 Prozent
  • Papier/Pappe/Karton 70 Prozent
  • Verbundstoffe/Getränkekartons 60 Prozent
  • Kunststoff 60 Prozent

Von den 60 Prozent für Kunststoffe sind wiederum mindestens 60 Prozent einer werkstofflichen Verwertung zuzuführen. Die verbleibenden 40 Prozent sind entweder werkstofflich, rohstofflich oder energetisch zu verwerten.

Vollständigkeitserklärung
Die Vollständigkeitserklärung (VE) ist der jährliche Nachweis der Hersteller/Vertreiber über die ordnungsgemäße Beteiligung von Verkaufsverpackungen an einem Rücknahmesystem. Die VE ist seit Inkrafttreten der 5. Änderungsverordnung der VerpackV bei der örtlich zuständigen Industrie- und Handelskammer zu hinterlegen und gilt für diejenigen, die eine bestimmte Menge von Verkaufsverpackungen/Jahr vertreiben:

  • 80 Tonnen Glas oder
  • 50 Tonnen Papier, Pappe, Karton oder
  • 30 Tonnen für Leichtverpackungen gesamt

Seitens der Vollzugsbehörden kann jederzeit auch von den Herstellern/Vertreibern, eine VE angefordert werden, deren Vertriebsmenge eine bestimmte Mengenschwelle nicht überschreiten. Bei einem Verstoß gegen die Pflichten zur Vorklage der VE, kann ein Bußgeld von bis zu 50.000 € verhangen werden. Die VE hat Angaben über sämtliche im Kalenderjahr in Verkehr gebrachte Verpackungen, die für den privaten Endverbraucher bestimmt waren, zu enthalten. Sie ist aufzuschlüsseln nach Materialart und -gewicht der jeweiligen Verpackungen. Diese Angaben sind von einem Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, vereidigtem Buchprüfer oder einem unabhängigen Sachverständigen zu prüfen. Dieser hat die Vollständigkeitserklärung im Anschluss elektronisch zu signieren. Die eigentliche Hinterlegung geschieht dann anschließend über die Internetdomain www.ihk-ve-register.de. Nach Prüfung durch die zuständige IHK erfolgt die Veröffentlichung von Firma, PLZ und Ort über eine Freischaltung im Internet. Die Vollzugsbehörden erhalten die vollständigen Daten des Nachweises.

W

Weißblech
Stahlblech ist ein aus weichem Stahl hergestelltes Blech, das in unterschiedlicher Dicke als Fein- bzw. Feinstblech eingesetzt wird. Es dient u. a. als Ausgangsmaterial zur Herstellung von Weißblech. Weißblech entsteht durch das Aufbringen eines elektrolytischen oder schmelzflüssigen Überzugs aus Zinn. Die Blechdicke liegt unter 0,50 mm. ECCS-Bleche und -Bänder (verchromter Stahl) sowie Stahl- und Eisendrähte (z. B. Henkel) werden ebenfalls dem Material Weißblech zugeordnet.

Werkstoffliche Verwertung
Die werkstoffliche Verwertung ist ein Verwertungsweg zur Herstellung neuer Produkte.

Wertstoffe
Verwertbare Abfälle sind Wertstoffe. Gebrauchte Verkaufsverpackungen aus Papier und Glas sowie gebrauchte Leichtverpackungen sollen in den Wertstoffbehältern (Gelbe Tonne/Gelber Sack) der dualen Systeme gesammelt und somit als Wertstoffe in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden (Kreislaufwirtschaft). Im Gegensatz zum Restabfall werden Wertstoffe nicht in einer Müllverbrennungsanlage entsorgt, sondern dem Recycling zugeführt. Dadurch wird ein wertvoller Beitrag zur Schonung natürlicher Ressourcen geleistet.

Wirkungskategorie
Als Wirkungskategorie wird gemäß DIN EN ISO-Norm 14044 die Klasse bezeichnet, die wichtige Umweltthemen repräsentiert und der Sachbilanzergebnisse zugeordnet werden können.

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