Der Grüne Punkt - 10. November 2017

Müll im Meer braucht Lösungen, keine Verschärfung

Der Grüne Punkt zeichnet Erklärung gegen oxo-abbaubare Kunststoffe / Einsatz dieser Materialien sorgt für mehr Mikroplastik im Meer

Oxo-abbaubare Kunststoffe helfen nicht gegen Müll im Meer.

Köln, 10. November 2017. Der Grüne Punkt gehört zu den Unterzeichnern einer von der Ellen MacArthur Foundation initiierten Erklärung, die vor oxo-abbaubaren Kunststoffen warnt und ein entsprechendes globales Verbot fordert. Oxo-abbaubare Kunststoffe zersetzen sich unter dem Einfluss von Licht und Sauerstoff. Die Erklärung zitiert zahlreiche Untersuchungen, nach denen das Material in der Natur nicht abgebaut wird, sondern zu mikroskopisch kleinen Partikeln zerfällt. Da das Material nicht stabil ist, lasse es sich auch nicht recyceln – vielmehr müsse sichergestellt sein, dass es zum Recycling vorgesehene Kunststoffmengen nicht kontaminiere.

Über 150 Unterzeichner, führende Unternehmen, Industrieverbände, NGOs, Wissenschaftler und Abgeordnete des Europäischen Parlaments haben daher die Erklärung veröffentlicht mit der Forderung, oxo-abbaubare Kunststoffe weltweit zu verbieten. „Dieser Erklärung haben wir uns mit Überzeugung angeschlossen“, sagt Michael Wiener, CEO des Grünen Punkts. „Wenn oxo-abbaubare Kunststoffe tatsächlich zu Mikroplastik zerfallen, schädigen sie Tiere und Pflanzen und landen über die Nahrungskette irgendwann wieder auf unserem Teller. Das ist mit dem Konzept einer Kreislaufwirtschaft nicht vereinbar.“

Die Erklärung sieht oxo-abbaubare Kunststoffe nicht als Ausweg aus den Problemen, die sich durch die Vermüllung der Meere mit Kunststoffen ergeben. Vielmehr sorgten sie für mehr Mikroplastik in der Umwelt. „Wir müssen verhindern, dass Müll und insbesondere Plastik überhaupt ins Meer gelangen“, fordert Wiener. „Dazu sind Abfallvermeidung, Recycling und eine funktionierende Kreislaufwirtschaft unerlässlich. Plastik ist ein wertvoller Rohstoff, wir sollten ihn sparsam einsetzen.“

Eine echte Kreislaufwirtschaft sorge dafür, dass Kunststoff nach Gebrauch sorgfältig erfasst und für die Wiederverwendung aufbereitet werde. „Wie bei Glas, Papier und Metallen muss es auch bei Kunststoff ganz alltäglich werden, dass das Material im Kreislauf geführt wird – sei es, dass Rezyklate durch die Hersteller von Neuware beigemischt oder von Produktherstellern statt neuen Plastiks eingesetzt werden. Das spart Rohstoffe, verhindert die Vermüllung der Meere und reduziert zudem die Emission von Treibhausgasen“, betont Michael Wiener.

Den vollständigen Text der Erklärung finden Sie hier.

Ansprechpartner:
Norbert Völl, Tel.: 0 22 03 / 937-507

Über die Gruppe mit dem Grünen Punkt:
Die Unternehmen des Grünen Punkts sind als Dienstleister für die erweiterte Produzentenverantwortung, als führender Sekundärrohstofflieferant für Kunststoffe und als Premium-Produzent von Kunststoffrezyklaten der Lösungsanbieter für die Bedürfnisse der Kreislaufwirtschaft. Die Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH (DSD) ist der Marktführer der dualen Systeme in Deutschland und steht für intelligente Rücknahmesysteme sowie die Entwicklung und Vermarktung innovativer Rezyklate und Dienstleistungen. Die Systec Plastics stellt an den Standorten Eisfeld und Hörstel Premiumrezyklate der Marke Systalen für den internationalen Markt her. Die Unternehmen sind in der DSD – Duales System Holding GmbH & Co. KG zusammengefasst.