Miteinander viel erreichen

Wer erfolgreich wirtschaften und Innovationen voranbringen will, muss alle Facetten seines Geschäftsfeldeskennen. Gerade der Markt der dualen Systemeund der Kreislaufwirtschaft ist geprägt durch politische Rahmenbedingungen. Angebot und Nachfrage werden durch sehr viel mehr Faktoren geregelt als in anderen Märkten. Beschlüsse in Brüssel und Berlin wirken direkt auf das Marktgeschehen. Deshalb spielt dieses Thema eine besondere Rolle in unserer Nachhaltigkeitsstrategie. 

Cover Nachhaltigkeitsbericht
Zweites Leben für Zeitungen & Co. Aus den recycelten Fasern entsteht neues Papier. Auch unser Nachhaltigkeitsbericht wurde auf zertifiziertem Recyclingpapier gedruckt.

Wirtschaftliche Nachhaltigkeit hängt nicht nur davon ab, dass wir in der Unternehmensgruppe ordentlich haushalten. Auf die wirtschaftliche Stabilität des dualen Systems haben wir nur indirekten Einfluss – sie hängt maßgeblich von den politischen Rahmenbedingungen, einem vorhandenen und effektiven Vollzug und dem Handeln der anderen Marktteilnehmer ab. Das Fehlverhalten von Wettbewerbern ist überall problematisch. Im sehr speziellen Markt der dualen Systeme kann es unmittelbar existenzgefährdend wirken.

Im Jahr 2014 wurde für so wenige Verpackungen im dualen System bezahlt, dass eine gefährliche Finanzierungslücke auftrat, die durch die Unterstützung des Handels gedeckt werden musste. Eine Novelle der Verpackungsverordnung half, erste Schlupflöcher zu schließen – ebenso eine Neufassung der Clearing-Verträge zwischen den dualen Systemen auf Initiative des Grünen Punkts. Trotzdem liegt die Beteiligungsmenge gerade bei Leichtverpackungen immer noch deutlich unter der Menge, die in Verkehr gebracht wird. Gemeinsam mit zwei Wettbewerbern hat der Grüne Punkt daher die bestehenden Clearing-Verträge gekündigt und neue geschlossen, die den reibungslosen Übergang auf das Wirken der durch das neue Verpackungsgesetz vorgesehenen Zentralen Stelle gewährleisten sollen. Bis Ende August 2017 hat ein weiterer Systembetreiber diese Verträge gezeichnet.

Anhebung der Recyclingziele

Kreisläufe schließen

Als der Grüne Punkt 1990 gegründet wurde, war er die erste nachhaltige Lösung, um Verpackungen zu verwerten. Seit der Marktöffnung für den Wettbewerb muss das Symbol nicht mehr verpflichtend aufgedruckt werden, es bleibt aber eine der bekanntesten Marken Deutschlands. Überdurchschnittlich viele Kunden sind bereits seit über fünf Jahren unter Vertrag und schätzen die praxisnahen Dienstleistungen.

Wie der Kreislauf funktioniert, lässt sich in vier Sätzen erklären: Ob mit oder ohne Grünen Punkt - gesammelt werden alle gebrauchten Verkaufsverpackungen, abhängig vom Material, in den Behältern des dualen Systems. Hersteller und Handel finanzieren das Recycling über Beteiligungsentgelte. Wie hoch diese sind, das bestimmen Gewicht und Material. Ein Anreiz, Verpackungen zu optimieren.

Weil wir eine ökologische Lenkungswirkung haben, gestalten wir die Markttransformation aktiv mit und setzen uns für bessere Rahmenbedingungen ein. Zudem wird in neue Verfahren und Anwendungstechniken investiert. Ein wichtiger Schritt in eine nachhaltige Zukunft ist das neue Verpackungsgesetz: Die höheren Recyclingquoten ab 2019 bringen neue Herausforderungen und Chancen. So haben Betreiber von Sortieranlagen für Leichtverpackungen bereits angekündigt, neue Anlagen zu errichten oder bestehende zu verbessern.

Recycling – ein Milliardenmarkt

Es ist offensichtlich, dass der Rezyklatmarkt erhebliches Potenzial hat. Das bestätigt eine Studie des RWI - Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung aus dem Jahr 2016. Untersucht wurden hierfür die ökonomischen Perspektiven des Kunststoffrecyclings und die Rolle des dualen Systems.

Allein in Deutschland beträgt das Marktvolumen für Recyclingprodukte aus Post-Consumer-Leichtverpackungen (Kunststoff, Aluminium, Weißblech) heute ungefähr 315 Millionen Euro. Rezyklate haben sich etabliert – dies ist ein Verdienst des dualen Systems. Der ökonomische Nutzen ist gestiegen, während sich die Systemkosten durch Innovationen und Wettbewerb verringert haben.

Die CO2-Vermeidungskosten des dualen Systems können sich sehen lassen. Mit 17 Euro pro Tonne eingespartem CO2 sind sie besonders niedrig. Zum Vergleich: Bei regenerativen Energiequellen – deren Ausbau durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert wird – wurden 85 Euro pro Tonne errechnet, also fast fünf mal soviel. Auch die durchschnittlichen Kosten liegen wesentlich höher; das Umweltbundesamt (UBA) beziffert diese mit 77 Euro pro Tonne eingespartem CO2.

Premium-Rezyklate sind Rohstoffe der Zukunft – die Studie geht für 2030 von einem Marktpotenzial von bis zu 1,4 Milliarden Euro für das Kunststoffrecycling aus. Bedingungen: eine optimierte Sammlung, Sortierung und Verwertung sowie höhere Quoten. Das ist nur möglich, wenn Stoffströme besser gemanagt werden.

Vermeidungskosten duales System
Nachhaltigkeitsbericht Markt

Nachhaltigkeitsbericht 2015/2016

Markt Update 2015/2016

Lesen Sie den ganzen Bericht in "Nachhaltigkeit weiterdenken – Nachhaltigkeitsbericht 2015/2016"

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