Klimaziele unterstützen

Einen wichtigen Aspekt wollen wir zuerst ansprechen: In den Medien sind immer wieder Bilder von Kunststoffabfällen auf Deponien, zuletzt in Malaysia. Aus dem dualen System werden allerdings nur sehr geringe Mengen Altkunststoff nach Asien vermarktet – dabei handelt es sich außerdem nicht um unsortierten Abfall, sondern um sortierte Kunststofffraktionen. Empfänger sind ausschließlich zertifizierte Abnehmer, die Altkunststoffe nach dem Stand der Technik verwerten und Verwertungsreste ordnungsgemäß entsorgen. Einige Zahlen: Der Grüne Punkt hat 2017 weniger als zwei Prozent der durch ihn vermarkteten Altkunststoffe nach Asien exportiert – 2018 waren es weniger als 0,15 Prozent, während über 93 Prozent in Deutschland verblieben. Weniger als sieben Prozent wurden in Europa (inkl. Türkei und Ukraine) verwertet. Der Hauptanteil aus Deutschland nach Asien exportierter Altkunststoffe stammt somit aus dem gewerblichen und industriellen Bereich.

Durchdachte Investitionen

Ohne Zweifel leistet das Sammeln und Verwerten von gebrauchten Verkaufsverpackungen einen wichtigen Beitrag zum globalen Klimaschutz – durch Investitionen in neue Technik und moderne Verfahren wollen wir diesen Beitrag ausbauen. Unser Kerngeschäft ist die Kreislaufführung von Verpackungswertstoffen. Unser Ziel ist es, die Entlastungen für die Umwelt in den wichtigsten Wirkkategorien weiter zu steigern, indem wir Prozesse optimieren, alle notwendigen Logistikleistungen effizienter gestalten und in moderne und energiesparende Technik investieren. Wir sind auf einem guten Weg: 2017 und 2018 konnte der Grüne Punkt insgesamt gut zwei Millionen Tonnen CO2-Äquivalente durch Recycling und Verwertung vermeiden. Unsere jährliche Umweltbilanz richtet sich nach den DIN-EN-ISO-Normen 14040 und 14044 und wird durch das ifeu Institut für Energie- und Umweltforschung gutachterlich bestätigt. Die positiven Ergebnisse belegen: Wer Rezyklate anstelle von Neuware einsetzt, reduziert schädliche Treibhausgase. Mehr Rezyklate statt Neuware zu nutzen, schont Primärrohstoffe, reduziert die CO2-Emissionen und entlastet daher das Klima. Durch weiterentwickelte Aufbereitungsprozesse verbessern wir die Qualität der Rezyklate und erschließen ihnen neue, anspruchsvolle Einsatzgebiete. Ein großes Thema ist es, geruchsneutrale Rezyklate herzustellen. In einem eigenen Sensorik-Panel arbeiten daher zehn Mitarbeiter daran mit, noch bessere Verfahren zu entwickeln. Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen. Was sie eint, ist ihre empfindliche Nase. Regelmäßig analysieren sie für unsere Forschungsabteilung neue Proben und protokollieren ihre Ergebnisse.

Rezyklate – eine echte Alternative

Hergestellt werden die Premiumrezyklate der Marke Systalen durch die Systec Plastics GmbH in Hörstel und die Systec Plastics Eisfeld GmbH für den internationalen Markt. Mit diesem Recyclingkunststoff haben wir eine echte, umweltfreundliche Alternative zur Kunststoff-Neuproduktion entwickelt, die bei Spritzguss, Extrusion, Tiefziehverfahren und Blasformen eingesetzt wird. Immer mehr Unternehmen und Kommunen nutzen mittlerweile unser Regranulat als hochwertige Lösung in Verpackung, Hoch-, Tief- und Landschaftsbau, Verkehrstechnik und Logistik.

Quelle: Werner & Mertz

 

Leuchtturmprojekt:

Erfrischend Nachhaltig

Eine Weltneuheit gelingt Werner & Mertz: Erstmals gibt es eine Verpackung für ein Körperpflegeprodukt, die aus Kunststoffen aus dem Gelben Sack besteht. Die Flaschen für das Frosch Senses- Duschgel sind mit 100 Prozent recyceltem HDPE gefertigt. Möglich ist dies durch einen speziellen Aufbereitungsprozess, der zusammen mit dem Grünen Punkt und der EREMA Group entwickelt wurde. Ein humantoxikologisches Gutachten bestätigt, wie sicher das Material ist. Ein weiterer Erfolg: Der Inhalt duftet beispielsweise nach Orangenblüte oder Granatapfel, die Hülle hingegen ist geruchsneutral – eine besondere Herausforderung bei wiederverwendetem Altplastik.

Kurz & Knapp

Aus dem Regal ins Regal

So schließt sich der Kreislauf: Mit dem neuen RAL-Gütezeichen (Abbildung) sind Produkte aus Recyclingkunststoff nun für Verbraucher klar erkennbar. Denn 88 Prozent der deutschen Konsumenten wollen laut Pro Carton wissen, wie umweltfreundlich ihre Verpackungen sind. Das strenge Siegel belegt, dass der Kunststoff aus dem Gelben Sack stammt – und nicht von Pfandflaschen oder aus Industrieabfällen. Der prozentuale Anteil ist genau angegeben, wahlweise auf Deutsch oder Englisch. Damit wird der Weg von Sekundärrohstoffen endlich transparent. Um diesen lückenlosen Nachweis geht es der neuen Gütegemeinschaft Rezyklate aus haushaltsnahen Wertstoffsammlungen e. V., der auf Initiative des Grünen Punkts entstand. Derzeit gibt es acht Mitglieder: Systec Plastics Eisfeld und Systec Plastics, Hörstel, Grüner Punkt, Werner & Mertz, Pöppelmann, Jokey Plastics, cedo sowie Gizeh. Tendenz steigend.

Nachhaltigkeitsbericht 2017/2018

Umwelt

Lesen Sie den ganzen Bericht zum Thema Umwelt im Nachhaltigkeitsbericht 2017/2018

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