LARS
Erste europäische großtechnische, integrierte Vorbehandlungs- und chemische Recyclinganlage für gemischte Kunststoffabfälle zur Erzeugung von Pyrolyseöl als alternativer Rohstoff zu fossilen Ausgangsmaterialien


LARS (Large Advanced Recycling Site)
LARS ist ein Projekt, das Fördermittel aus dem EU Innovationsfonds erhält. Die entsprechende Fördervereinbarung wurde kürzlich unterzeichnet. In dieser groß angelegten, integrierten Verarbeitungs- und Recyclinganlage werden unsortierte Kunststoffabfälle erstmals in industriellem Maßstab zu Pyrolyseöl verarbeitet.
Die Europäische Kommission unterstützt das Projekt mit 50 Millionen Euro aus dem EU-Innovationsfonds. Das LARS-Projekt wurde im Rahmen der Ausschreibung EU-IF 2023 zur Förderung beantragt und wird in den ersten zehn Betriebsjahren rund 1,75 Millionen Tonnen CO₂ einsparen.
| KOORDINATOR | Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH |
| STANDORT | Deutschland |
| KATEGORIE | Energieintensive Industrien (EII) |
| SEKTOR | Chemie |
| HÖHE DER FÖRDERMITTEL AUS DEM INNOVATIONSFONDS | 50.000.000 EUR |
| ERWARTETE VERMEIDUNG VON TREIBHAUSGASEMISSIONEN | 1.750.000 Tonnen CO2-Äquivalent |
| STARTDATUM | 01.07.2025 |
| FINANZIELLER ABSCHLUSS | 30.09.2026 |
| INBETRIEBNAHME | 30.09.2028 |
Prozess

Zielsetzung
Ziel des LARS-Projekts ist der Bau einer groß angelegten, integrierten Vorbehandlungs- und chemischen Recyclinganlage in Europa, um Kunststoffabfälle aus dem Endverbrauch in Pyrolyseöl umzuwandeln – einen nachhaltigen Ersatz für Naphtha, einen fossilen Rohstoff, der in der Kunststoffindustrie als Ausgangsmaterial verwendet wird. Damit soll ein neues zirkuläres Geschäftsmodell entwickelt werden. Die Vorbehandlungsanlage dient der Aufbereitung des Kunststoffabfall-Rohstoffs, der anschließend in einer chemischen Recyclinganlage unter Verwendung einer patentierten Technologie zu Pyrolyseöl verarbeitet wird. Die neue Anlage wird in der Lage sein, bis zu 100 Kilotonnen pro Jahr (kt/Jahr) gemischter Kunststoffabfälle vorzubehandeln und mehr als 40 kt/Jahr Pyrolyseöl zu produzieren. Dieses wird zur Herstellung von Kreislaufpolymeren in Neuwertqualität verwendet, wodurch eine relative Reduzierung der Treibhausgasemissionen von über 115 % im Vergleich zum Referenzszenario erreicht wird.
Die LARS-Anlage kombiniert eine Vorbehandlungsanlage für gemischte Kunststoffabfälle mit einer Pyrolyseanlage in einem integrierten industriellen Prozess und wird damit in den ersten zehn Betriebsjahren eine Reduzierung der CO₂-Äquivalentemissionen um 1,75 Millionen Tonnen erreichen. Dieses integrierte Konzept wurde bislang in diesem Umfang noch nicht realisiert. Die gewählte Technologie des chemischen Recyclings ermöglicht nicht nur die effektive Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe aus Kunststoffabfällen, sondern auch deren Verwertung zu neuen Produkten. Sie erfüllt damit die ehrgeizigen Standards der Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung.
Durch die Kombination beider Verfahren trägt das Projekt dazu bei, die neuen EU-Vorgaben für Verpackungen zu erfüllen, die einen Mindestanteil an recycelten Materialien in Kunststoffverpackungen vorschreiben (zwischen 10 und 35 % bis 2030). Besonders im Fokus stehen „kontaktsensitive Nicht-PET-Verpackungen“, für die die derzeitigen mechanischen Recyclingtechnologien nicht ausreichen, um die gesetzlichen Ziele zu erreichen.
Wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte
Das LARS-Projekt wird voraussichtlich 100 direkte sowie etwa 200 bis 300 indirekte Arbeitsplätze schaffen und damit einen Beitrag zur lokalen Wirtschaft und Gesellschaft leisten. Es besteht Potenzial, das Projekt an mindestens fünf weiteren Standorten zu replizieren. Durch den Einsatz innovativer Technologien und die Förderung des Dialogs zwischen den Interessengruppen wird das Projekt als Vorbild für nachhaltige Abfallbewirtschaftungspraktiken dienen. Es bietet eine umfassende Lösung für die Herausforderungen der Kunststoffabfallwirtschaft in Europa, indem es Umweltbelange berücksichtigt, Ressourceneffizienz fördert und Wirtschaftswachstum sowie Nachhaltigkeit stärkt.

Disclaimer
Finanziert durch die Europäische Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind jedoch ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder der Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) wider. Weder die Europäische Union noch die gewährende Behörde können dafür verantwortlich gemacht werden.

Beteiligt
Der Grüne Punkt - Duales System Deutschland GmbH
GREEN DOT ADVANCED RECYCLING GMBH
Projekt Kontakt
Stefan Wirtz
E-Mail: Stefan.Wirtz(at)gruener-punkt.de
Weitere Informationen auf dem ⇢ EU Funding & Tenders Portal