wesentliche Themen im Überblick

 

Die Berücksichtigung und Einbindung von Stakeholdern ist fest in unserem Handeln als Der Grüne Punkt verankert und gelebte Unternehmenspraxis seit Gründung des Unternehmens vor fast 35 Jahren.

Im Zuge einer doppelten Wesentlichkeitsanalyse (DMA) möchten wir nun konkretere Bedürfnisse ermitteln, um so wesentliche Themen und Ziele fokussiert herauszufiltern und in der Nachhaltigkeitsberichterstattung aufgreifen zu können. 

 

Anfang 2025 startete Der Grüne Punkt mit Unterstützung der Sphera Solutions GmbH[1] daher mit der Durchführung einer DMA für die Der Grüne Punkt Holding[2] . Bei der DMA analysiert ein Unternehmen einerseits die Auswirkungen seiner Geschäftstätigkeit auf Umwelt und Menschen und andererseits die Auswirkungen von Nachhaltigkeitsaspekten auf das Unternehmen.

 

Zwar wurde die DMA im Zeitraum von Dezember 2024 bis August 2025 durchgeführt, sie spiegelt jedoch auch die Tätigkeiten und Stakeholder-Perspektiven des Jahres 2024 wider. Aus diesem Grund wird in diesem Bericht bereits auf die Methodik eingegangen. Die Auswertung und Ableitung von messbaren Zielen und konkreten Maßnahmen erfordert aber Zeit, sodass diese Ergebnisse erst in unserem nächsten Nachhaltigkeitsbericht aufgezeigt werden.

[1] Sphera Solutions ist ein führender Anbieter für Nachhaltigkeitsdienstleistungen, beispielsweise von Software für das Nachhaltigkeitsmanagement im Unternehmen, Daten und Consultingleistungen mit Schwerpunkt auf Umwelt, Gesundheit Sicherheit & Nachhaltigkeit und Transparenz in der Lieferkette.
[2] Der Grüne Punkt Holding GmbH & Co KG, Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH, Systec Plastics Eisfeld, Systec Plastics Hörstel

Methodik DMA

1. Vorauswahl Themen

In Übereinstimmung mit der European Sustainability Reporting Standards (ESRS) wurden zunächst relevante Auswirkungen, Risiken und Chancen (Impacts, Riscs, Opportunities – IROs) ermittelt und bewertet. Der erste Schritt begann damit, von den ESRS-Standards mit mehr als 1.000 Datenpunkten[3] ausgehend, zunächst intern die wesentlichen Themen herauszufiltern und nicht relevante Nachhaltigkeitsthemen auszuschließen.

 

Nach einer ausführlichen Recherche und internen Diskussionen erfolgte der Einstieg mit dem ersten Entwurf einer „Long List“ der als wesentlich eingestuften IROs auf Basis der ESRS Standards[4].

[3] Definition Datenpunkt:
- Kennzahlen: Quantitative Werte wie beispielsweise CO2 Emissionen oder Wasserverbrauch
- Qualitative Angaben: Beschreibungen von Strategien, Zielen, Maßnahmen
- Narrative Informationen: Kontextbezogene Erläuterungen wie z.B. die Wesentlichkeitsanalyse.

[4] Ein Nachhaltigkeitsthema kann nicht wesentlich sein, wenn das Unternehmen, einschließlich seiner Wertschöpfungskette, keine Berührungspunkte mit dem Thema hat (d. h. das Unternehmen weder positive noch negative Auswirkungen auf das Thema hat oder das Thema eine finanzielle Chance oder ein Risiko für das Unternehmen darstellt).

2. Stakeholder Auswahl

Parallel dazu wurde eine Stakeholder-Analyse durchgeführt, mit dem Ziel zu verstehen, welche Stakeholder-Gruppen insbesondere von den Aktivitäten von Der Grüne Punkt und/oder der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette betroffen sind oder wahrscheinlich betroffen sein werden. Zudem wurde analysiert, welche Stakeholder-Gruppen wiederum die Leistung von Der Grüne Punkt beeinflussen könnten.

 

Die Stakeholder-Gruppen wurden anhand ihres Einflusses auf die Nachhaltigkeitsleistung der Organisation und ihrer Interessenlage bewertet und eingestuft.

3. Durchführung und Identifizierung IROs

Die internen und externen Stakeholder wurden in persönlichen Interviews oder über eine Online-Umfrage zu den ökologischen und gesellschaftlichen IROs befragt. Das primäre Ziel bestand darin herauszufinden, welche Arten von Auswirkungen die Befragten von der Grüne Punkt auf die Umwelt und Menschen identifizieren. 

 

Die Identifizierung finanzieller IROs erfolgte ausschließlich im Rahmen der Interviews. Sphera analysierte darüber hinaus die Wechselwirkungen zwischen IROs sowie potenziellen Menschenrechtsverletzungen im Betrieb und in der Wertschöpfungskette von Der Grüne Punkt.

 

Zur Validierung und Ergebnisoptimierung wurde von Sphera eine faktenbasierte Analyse durchgeführt, wodurch weitere Informationen zur Kalibrierung der IROs und/oder zur Identifizierung etwaiger Diskrepanzen gewonnen wurden. Es wurden keine nennenswerten Punkte festgestellt, die die Ergebnisse der DMA in Frage stellen.

Fakten zur Stakeholderbefragung:

Online-Umfrage89 Empfänger
Teilnehmende aus5 europäischen Ländern
Persönliche Interviews8 Stakeholder/10 Teilnehmende

4. Bewertung

Ausgehend von der Long List der Nachhaltigkeitsthemen zielte die Bewertung darauf ab, die Bedeutung der Auswirkungen des Unternehmens zu ermitteln. Es wurden daher mehrere Interviews mit internen Fachexpert*innen durchgeführt, um die Auswirkungen zu diskutieren und zu dokumentieren. Für jede Auswirkung wurden die konsolidierten Beiträge aller vorangegangenen Projektphasen analysiert, bevor ihre Bedeutung anhand der von der ESRS definierten Bewertungskriterien bewertet wurde.

 

In ähnlicher Weise wurden die finanziellen Auswirkungen sowie die damit verbundenen finanziellen Risiken und Chancen bewertet.

5. Priorisierung

ESRS definiert keinen wissenschaftlich fundierten Ansatz zur Festlegung von Schwellenwerten. Daher erfordert die Beurteilung die Ausübung von Ermessen. Die Schwellenwerte auf der Grundlage der ESRS-1-Kriterien sowie der eigenen spezifischen Fakten und Umstände wurden daher selbstständig festgelegt. 

 

Die prioritär in den Fokus genommenen Themen berücksichtigen das Geschäftsmodell an der Schnittstelle zwischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

 

Legende:

6. Ergebnisse

Im Rahmen unseres nächsten Nachhaltigkeitsberichtes werden wir konkret auf die Ergebnisse eingehen und auch in den jeweiligen Themenblöcken direkt oder indirekt Bezug auf die Risiken und Chancen (Risks and Opportunities) nehmen. 

 

Fakten zu den Ergebnissen:

 

Materielle Themen: 9/10
Materielle Unter-Themen: 19/37  
Gesamtzahl IROs: 32/127
Auswirkungen: 19/32
Risiken: 4/32
Chancen: 9/32