Verbraucherinfos

"Wohin gehören blaue Glasflaschen?" Oder: „Wer bezahlt das?” Zwei häufig gestellte Fragen rund um den Grünen Punkt, zu denen Sie die Antworten weiter unten finden. Bitte klicken Sie auf einzelne Fragen, um die Antworten anzuzeigen.

Fragen zum grünen punkt

Was ist der Grüne Punkt?

Der Grüne Punkt ist eine geschützte Marke der Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH. Er dient dem Endverbraucher als Hinweis darauf, dass der Hersteller für diese Verpackung die Pflichten der Verpackungsverordnung erfüllt hat.

Gibt es den Grünen Punkt auch in anderen Ländern?

Was in Deutschland in den 90-er Jahren begann, wird inzwischen als Erfolgsmodell in 25 europäischen Ländern umgesetzt. In weiteren sechs Staaten sorgen Kooperationspartner dafür, dass nur berechtigte Unternehmen die geschützte Marke Der Grüne Punkt nutzen. 1995 wurde die Dachorganisation der europäischen Grüner-Punkt-Systeme PRO EUROPE gegründet (www.pro-e.org).

Fragen zur dsd gmbh

Was genau macht die Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH?

Die Arbeit der Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH (DSD) basiert auf der Verpackungsverordnung von 1991. Die inzwischen 5. Novelle der Verordnung ist am 1. Januar 2009 in Kraft getreten. Aufgabe des privatwirtschaftlich organisierten Unternehmens ist die Sammlung, Sortierung und Verwertung von gebrauchten Verkaufsverpackungen.

Darüber hinaus ist DSD in weiteren Geschäftsfeldern tätig, wie dem Pfandclearing, dem Recycling von Elektro- und Elektronikaltgeräten sowie Transportverpackungen, der Standortentsorgung und vielem mehr. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Kundenbereich.

Wer bezahlt das?

Die Sammlung, Sortierung und Verwertung von gebrauchten Verkaufsverpackungen finanziert sich über Beteiligungsentgelte der Hersteller und Vertreiber an die dualen Systeme. Gezahlt wird nur für in Deutschland in Verkehr gebrachte Verpackungen. Dabei richtet sich das jeweilige Entgelt ausschließlich nach dem eingesetzten Material und dem Gewicht der Verpackung.

Fragen zum recycling

Wie sehen die Sammelsysteme der dualen Systeme aus?

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Hol- und Bringsystemen. Das am weitesten verbreitete Sammelsystem ist das Holsystem mit dem Gelben Sack oder der Gelben Tonne. Darin sammeln die Verbraucher zu Hause die Leichtverpackungen (zum Beispiel Joghurtbecher). Beim Bringsystem kann der Verbraucher in der Nähe der Haushalte aufgestellte Container zur Wertstoffsammlung nutzen. Auch Glas- und Papierverpackungen werden vielerorts auf diese Weise gesammelt. Ebenfalls in den Bereich der Bringsysteme fallen die Wertstoffhöfe. Über die Form des Sammelsystems entscheiden Kommune und die dualen Systeme gemeinsam.

Was besagt die Verpackungsverordnung?

Nach der Verpackungsverordnung sind Hersteller und Vertreiber, die erstmalig Verkaufsverpackungen vertreiben, die typischerweise bei privaten Endverbrauchern anfallen, verpflichtet, diese an einem dualen System (zum Beispiel der Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH) zu beteiligen.

Wie viele duale Systeme gibt es in Deutschland?

In Deutschland sind zehn duale Systeme zugelassen, die gemeinsam die Gelben Tonnen und Säcke sowie die Altglascontainer zur Sammlung der gebrauchten Verkaufsverpackungen nutzen. Marktführer ist die Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH mit dem Grünen Punkt als ihrem Markenzeichen.

Was wird woraus?

Metalle wie Aluminium und Weißblech werden eingeschmolzen und zu neuen Aluminium- oder Weißblechdosen verarbeitet, Sekundärrohstoffe aus Metall finden sich aber auch in Karosserien, Kühlschränken und anderen Stahlerzeugnissen wieder. Auch Altglas wird in der Glashütte zu neuem Behälterglas. Brötchentüten, Keksschachteln und Kartons im Altpapier dienen als Rohstoffquelle bei der Herstellung von Zeitungspapier und Transportkartons. Die größten Fortschritte hat das Kunststoffrecycling seit 1990 erlebt. Kunststoffgranulat aus gebrauchten Kunststoffverpackungen wird zu Fensterrahmen, Abflussrohren und Pflanzpaletten, Kunststoffspielzeug, Autoarmaturen und vielem mehr. Und steigende Rohölpreise machen den Einsatz von recyceltem Kunststoff immer interessanter. Beim Kunststoff PET, der vor allem für die Herstellung von Getränkeflaschen verwendet wird, sind die Recyclingtechnologien so weit fortgeschritten, dass sortenreines PET tatsächlich zur Herstellung neuer Getränkeflaschen eingesetzt werden kann. Auch zur Textilproduktion, z. B. bei der Herstellung von Fleecepullovern, wird recyceltes PET verwendet.

Die Kreisläufe der einzelnen Wertstoffe schildern wir Ihnen auf den folgenden Unterseiten.

- Glas
- Papier
- Getränkekartons
- Aluminium
- Weißblech
- Kunststoffe
- PET

Warum gibt es regionale Unterschiede in der Erfassung der Wertstoffe?

Gemäß der Verpackungsverordnung musste sich die Der Grüne Punkt – Duales System Deutschland GmbH beim Aufbau der Wertstofferfassungssysteme mit den entsorgungspflichtigen Kommunen abstimmen. Daher gibt es bundesweit verschiedene Sammelsysteme.

Wie beteiligt sich die Bevölkerung an den dualen Systemen?

92 Prozent der Verbraucher finden es grundsätzlich gut, Wertstoffe - wie zum Beispiel gebrauchte Verpackungen - getrennt vom sonstigen Abfall zu sammeln, um sie dem Recycling zuzuführen. Dies ergab eine repräsentative Verbraucherbefragung des Bielefelder Marktforschungsinstituts VALID RESEARCH, die 2007 im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt (AGVU) bei 1.000 Haushalten durchgeführt wurde.

Nach eigenen Angaben trennen 94 Prozent der Verbraucher Verpackungen aus Kunststoff oder Metall “meistens” vom Restmüll, zum Beispiel Joghurtbecher, Plastikflaschen und Dosen. Bei Glas, zum Beispiel Wein- und Saftflaschen und Gurkengläsern, liegt die Mitmachbereitschaft sogar bei 95 Prozent. Verpackungen aus Pappe und Papier, zum Beispiel Pappschachteln und Brötchentüten, geben 94,5 Prozent der Verbraucher “meistens” in die Altpapierbehälter.

Falls in Zukunft Maschinen die Wertstoffe aus dem Abfall heraussortieren und die Verbraucher ihren Abfall nicht mehr trennen müssten, würden 26 Prozent dies als “große” und 31 Prozent als “kleine” Erleichterung im Alltag empfinden. 42 Prozent würden darin keinen Fortschritt sehen, möchten also in jedem Fall an der Getrenntsammlung festhalten.

Fragen zur mülltrennung

Warum trennen?

Eine vom Restmüll getrennte Erfassung der Verpackungswertstoffe beim Verbraucher bleibt Voraussetzung für effizientes Recycling. Moderne Sortieranlagen sind für die Sortierung von Leichtverpackungen ausgelegt. Hausmüll auf den Sortierbändern, teilweise mit nassem Biomüll durchsetzt, würde die Sortierung erschweren, die Qualität der sortierten Wertstoffe deutlich herabsetzen und die Verwertungskosten spürbar anheben.

Können moderne Maschinen nicht das Sortieren übernehmen?

Bei Verzicht auf die Getrenntsammlung würde sich die zu sortierende Menge vervielfachen, es müssten viele neue moderne Sortieranlagen gebaut werden. Dies würde für die Kommune hohe Investitionen und den Bürger steigende Abfallgebühren bedeuten. Außerdem ist fraglich, ob die sortierten Wertstoffe noch sinnvoll recycelt werden könnten.

Wäre es nicht sinnvoller, den Abfall zu verbrennen, statt ihn mühsam zu sortieren?

Die Müllverbrennungsanlagen in Deutschland bieten einen sinnvollen Weg an, Restabfälle zu entsorgen. Für das hochwertige Recycling von Verpackungen aber stellen sie keine Alternative dar. Jedes Kilogramm Kunststoffverpackungen, das der Verbraucher in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne gibt, spart gegenüber der Müllverbrennung fast 1,3 Kilogramm CO2 und entlastet damit das Klima.

Wo entsorgen?

A und O des Recyclings ist die saubere Abfalltrennung. Insgesamt sind fünf Abfallfraktionen zu unterscheiden: Verpackungsabfälle aus Glas und Papier, so genannte Leichtverpackungen (LVP) aus Kunststoff, Alu, Weißblech und Verbundmaterialien, sowie Restmüll und Bioabfall. Für jede dieser fünf Fraktionen stehen eigene Sammelgefäße bereit.

In die Altpapiersammlung gehören nur Papier, Kartonagen und sonst gar nichts. Für den Altglascontainer gilt: Leere Flaschen und Gläser nach den Farben Grün, Braun und Weiß getrennt einwerfen. Blaues Glas kommt in den Grünglascontainer. Nicht in die Glascontainer gehören Keramik, Porzellan und Steingut, auch Flachglas (Fensterscheiben), Glühbirnen und Trinkgläser dürfen nicht eingeworfen werden! Diese Produkte werden aus anderen Glassorten hergestellt als Verpackungsglas und würden im Recyclingprozess stören.

Gelbe Tonne und Gelber Sack sind exklusiv für Leichtverpackungen aus Metallen, Verbundmaterial und Kunststoff reserviert. Restmüll und Bioabfälle haben hier nichts zu suchen.

Wenn Sie unsicher sind, ob eine bestimmte geleerte Verpackung wirklich in die Wertstoffsammlung gehört, benutzen Sie bitte unsere Trennhilfe.

Stimmt es, dass Glas, das der Verbraucher nach Farben getrennt in die Glascontainer eingeworfen hat, bei der Leerung im LKW wieder zusammengeworfen wird?

Auf den ersten Blick scheint es so, als würden alle nach Farben getrennten Glasverpackungen zusammengeschüttet in die Entsorgungsfahrzeuge gelangen. Aber alle LKW, die farblich sortiertes Glas abholen, haben im Innern des Laderaums getrennte Kammern, die separat befüllt werden. So wird das gesammelte Glas auch in der Recyclinganlage farbgetrennt angeliefert und gelagert. Rund die Hälfte des hergestellten Verpackungsglases wie Flaschen oder Konservenglas ist farblos. Daher ist eine sorgfältige Vorsortierung besonders wichtig.

Wohin gehören CDs?

CDs gehören nicht in den Gelben Sack oder die Gelbe Tonne, weil sie keine Verpackung sind und aus einer anderen Kunststoffart bestehen als die meisten Verpackungen. Dennoch sind sie im Recycling besser aufgehoben als im Restmüll, da sie aus wertvollem Kunststoff bestehen.

Sammelbehälter für CDs und DVDs stehen in vielen Computerfachgeschäften. Auch viele Recycling- und Wertstoffhöfe nehmen CDs an. Erkundigen Sie sich bei Ihrem Recycling- oder Wertstoffhof. Die Adresse finden Sie im Abfallkalender Ihrer Gemeinde.

Wohin gehören blaue Glasflaschen?

Blaues Glas gehört in den Grünglascontainer. Die Trennung nach Farben ist beim Recycling von Glas besonders wichtig. Weißglas und Braunglas vertragen keine anderen Farben. Grünglas verträgt geringfügige Anteile an andersfarbigem Glas, um farbgetreu recycelt zu werden.

Sortenrein und nach Farben getrennt, kann Glas ohne Qualitätsverlust beliebig oft wieder eingeschmolzen werden.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Wo bekomme ich Gelbe Säcke?

Die Verteilung der Gelben Säcke ist Aufgabe der jeweiligen örtlichen Entsorgungsunternehmen. Die Art und Weise der Verteilung von Gelben Säcken variiert regional. Ihr zuständiger Abfallberater bei Stadt oder Gemeinde wird Ihnen sicher gern Auskunft erteilen.

Warum kann ich stoffgleiche Produkte, wie zum Beispiel Kinderspielzeug aus Kunststoff, nicht über die Gelbe Tonne / den Gelben Sack entsorgen?

Der Grund ist die Finanzierung der Entsorgung: Ein über Lizenzentgelte finanziertes privatwirtschaftliches Sammel- und Entsorgungssystem besteht bislang nur für Verpackungsmaterialien.

Über diesen Punkt machen sich die Verantwortlichen schon seit geraumer Zeit Gedanken. Und so wurde in Leipzig im September 2004 ein Pilotprojekt mit dem Titel Gelbe Tonneplus zur gemeinsamen Erfassung von Verpackungsmaterial, Gebrauchsgegenständen aus Metall und Kunststoff sowie Elektrokleingeräten gestartet, das inzwischen in den Regelbetrieb übergegangen ist. Das Ergebnis: Die gemeinsame Erfassung, Sortierung und Verwertung von Verpackungen und stoffgleichen anderen Produkten führt zu einer ökonomischen und ökologischen Effizienzsteigerung. Auch in anderen Städten werden ähnliche Projekte umgesetzt. Ob bundesweit die Einführung dieser gemeinsamen Erfassung realisiert werden kann, wird die Zukunft zeigen.

Was ist eine Wertstofftonne?

Gebrauchte Kunststoff-, Metall- und Verbundverpackungen wie Speiseeisdosen, Tiernahrungsbehälter und Milchkartons sind kein Müll, sondern Wertstoffe, die recycelt werden können. Sie werden  in Deutschland im Gelben Sack bzw. in der Gelben Tonne gesammelt, dann sortiert und der Verwertung zugeführt. Zusätzlich zu diesen Verpackungen dürfen Bürger dort, wo ihnen die sogenannte Wertstofftonne von der Kommune statt Gelbem Sack/Gelber Tonne zur Verfügung gestellt wird, auch alle weiteren Gegenstände aus Metall und Kunststoff, sogenannte materialgleiche Nichtverpackungen, in der Wertstofftonne entsorgen. Darunter fallen typische (Haushalts-)produkte vom defekten Wischeimer oder Kinderspielzeug aus Kunststoff bis hin zur alten Alu-Bratpfanne. Durch diese Erweiterung gelangen über die Verpackungen hinaus mehr recycelfähige Produkte in die Wiederverwertung – ein weiterer wichtiger Schritt, den Ressourcenschutz und die nachhaltige Kreislaufwirtschaft auszubauen. Allerdings stellt die Wertstofftonne eine regionale Ausnahme dar, sie wird nur in einigen Kommunen den Bürgern zur Verfügung gestellt. Standard ist die Erfassung ausschließlich von gebrauchten Verkaufsverpackungen wie Joghurtbecher, Gemüsedose oder Getränkekarton über den Gelben Sack/die Gelbe Tonne.

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