Gar nicht so einfach: Nachhaltige Kaffee Verpackung und zwar so, dass das komplexe und empfindliche Produkt in voller Qualität bei Kundin und Kunde ankommt und die Kaffee Verpackung trotzdem möglichst wenig Ressourcen verbraucht. Wichtige Informationen aus einem Kundengespräch für unsere Grüner-Punkt-Kunden.

Kaffee ist beliebt und in der andauernden Corona-Krise mit viel Home-Office noch beliebter geworden. Koffein ist das in Deutschland am häufigsten konsumierte Genussmittel vor Alkohol und Nikotin. Das ist ein Fazit der aktuellen Studie der pronova BKK zum Suchtverhalten der Deutschen, in der 16 Prozent sagen, dass sie mehr Koffein zu sich nehmen, dagegen nur fünf Prozent ihren Konsum gedrosselt haben. Gleichzeitig sind VerbraucherInnen aber auch sensibler geworden, gerade, was nachhaltige Lebensmittel Verpackungen angeht. Deren Zukunft dreht sich um Nachhaltigkeit und entsprechende Verbraucherwünsche setzen Marken mehr denn je unter Druck.

Nachhaltige Kaffee Verpackung

Der Grüne Punkt hat daher für Röster, die eine nachhaltige Verpackung wollen, die also ihren Kaffee produktgerecht, aber eben auch nachhaltig verpacken möchten, einige Tipps zusammengestellt:

1. Verkaufsverpackungen müssen am dualen System beteiligt werden, und zwar bevor sie auf den Markt kommen.

Also: Wer ein Geschäft eröffnen will oder einen Online-Shop, um Kaffee an private EndverbraucherInnen zu verkaufen, muss sich zuvor bei LUCID als Hersteller registrieren und seine Verpackungen am dualen System beteiligen (man spricht auch von „lizenzieren“), z. B. beim Grünen Punkt. Das verlangt das Verpackungsgesetz (VerpackG). Viele glauben, das sei eine Nebensache, die man irgendwann später mal erledigen könne – oder eben auch nicht. Aber Vorsicht: Auf die Nichtbeachtung dieser Regeln des VerpackG stehen empfindliche Bußgelder. Nicht beteiligte („lizenzierte“) Verpackungen dürfen erst gar nicht in Verkehr gebracht werden!

2. Wenn meine Verpackung biologisch abbaubar ist, dann ist sie „nachhaltig“. Ist sie das wirklich?

Nein, ist sie nicht. Die Umwelt hat erstmal nichts davon, dass eine Verpackung biologisch abbaubar ist. Kunststoffverpackungen, die der EN 13432 (biologische Abbaubarkeit) entsprechen, zersetzen sich nicht in der Natur, sondern nur unter bestimmten Bedingungen, die in der Natur nicht vorkommen. Und in der Natur hat eine nachhaltige Kaffee Verpackung ja ohnehin nichts verloren.

Und was noch dazu kommt: Biologisch abbaubare Kunststoffe bieten gewöhnlich keine guten Barriereeigenschaften. Also gefährdet ihre Verwendung entweder die Produktqualität – oder es muss eine zusätzliche Barriere verwendet werden, etwa eine Aluminiumschicht. Das aber konterkariert das ganze Konzept wieder.

Und es gilt auch hier: Wer sogenannte Bio-Verpackungen als Hersteller einsetzen möchte, muss sie wie eine konventionelle Verpackung bei einem dualen System wie dem Grünen Punkt beteiligen und sich zuvor als Hersteller bei LUCID registrieren. Schließlich richten sich auch diese Verpackungen an den privaten Endverbrauch, sind Verkaufsverpackungen im Sinne des VerpackG und gehören nach Gebrauch in die Gelbe Tonne und den Gelben Sack. Allerdings werden sie auch dann nicht recycelt, denn es gibt für diese Materialien keinen Recyclingweg. Sie werden bestenfalls einer energetischen Verwertung zugeführt.

3. Eine Verbundverpackungen mit einem Anteil an Papier ist besser als eine Verpackung, die nur aus Kunststoff besteht. Stimmt das?

Auch das stimmt so nicht: Verpackungen, die im Gelben Sack oder der Gelben Tonne gesammelt werden, werden im nächsten Schritt von Maschinen sortiert. Diese müssen sich natürlich entscheiden, welchem Stoffstrom sie eine Verpackung zuordnen. Für einen Verbund aus Papier und Kunststoff wäre das die Fraktion der sogenannten „sonstigen Verbunde“. Selbst wenn die Zuordnung gelingt: Nur eines der Materialien lässt sich recyceln, im Fall der sonstigen Verbunde das Papier. Andere Bestandteile, z. B. die Folien, werden allenfalls noch „energetisch verwertet“, also als Brennstoff genutzt. Eine Verpackung, die nur aus einem einzigen Werkstoff besteht, kann recyclingfähiger sein als ein Verbund.

 

Viele Hersteller bevorzugen trotzdem solche Papierverbunde, um weniger Plastik zu verwenden – und weil die Verpackung einfach weniger nach Plastik aussieht. Deshalb müssen die Auswirkungen einer solchen Verpackung auf die Umwelt aber nicht geringer sein. Ökobilanzen, die z. B. Einwegtüten aus Kunststoff und Papier miteinander vergleichen, sehen für keinen der Packstoffe einen Vorteil. Auch das ist also kein Königsweg zu einer nachhaltigen Kaffee Verpackung.

Kaffee ist – wie gesagt – ein wunderbares, aber eben komplexes Produkt. Ihn richtig zu verpacken will daher wohl überlegt sein.

Sie sind noch nicht an einem dualen System beteiligt? Dann nutzen Sie gern die bequeme und einfache Anmeldung über VerpackGO vom Grünen Punkt mit:

  • Lizenzrechner und Berechnungshilfe
  • mehrsprachig
  • wählbaren Bezahlmöglichkeiten
  • Informationstool Herausfinder für Ihr Geschäft oder Ihren Onlinehandel: Muss ich meine Verpackungen anmelden und wie und wo geht das?